Grüne Smoothies

Nicole Freialdenhoven
Nicole Freialdenhoven

Ein Artikel von Nicole Freialdenhoven

Der große Trend bei der gesunden Ernährung heißt seit einiger Zeit "Grüne Smoothies". Dahinter verbergen sich gemixte Getränke aus grünem Gemüse, Salat und Früchten, die hochkonzentrierte Nährstoffe liefern und dazu auch noch gut schmecken. Sie sind ideal als Zwischenmahlzeiten für Vegetarier, Veganer und Rohköstler geeignet, helfen beim Entgiften und beim Abnehmen. Daher wollen wir uns hier einmal genauer mit den Grünen Smoothies beschäftigen.

Grüne Smoothies
Grüne Smoothies

Der neue Trend Grüne Smoothies

Als "Erfinderin" der Trendwelle gilt die gebürtige Russin Victoria Boutenko, die heute in den USA lebt. Ihre Familie litt unter zahlreichen gesundheitlichen Problemen: Ihr Mann Igor unter chronischer rheumatischer Arthritis und einer krankhaften Überfunktion der Schilddrüse, sie selbst unter Herzrhythmusstörungen und Übergewicht. Tochter Valya kam mit Asthma und diversen Allergien zur Welt und Sohn Sergei mit Diabetes Typ 1. Als die Belastung zu groß wurde, stellten die Boutenkos ihre Ernährung radikal auf Rohkost um und sämtliche Krankheitssymptome verbesserten sich schlagartig. Ihre Erkenntnisse aus der Ernährungsumstellung hielt Boutenko in ihren ersten Buch "Raw Family: A True Story of Awakening" fest  (in Deutschland als eBook in der Originalsprache erhältlich). Als sich nach einigen Jahren auf einmal wieder gesundheitliche Probleme einstellten, führte Boutenko dies auf zu viel Nüsse und Obst zurück und zu wenig grünes Gemüse. Sie begann den menschlichen Körper mit dem unseres nächsten tierischen Verwandten, dem Schimpansen zu vergleichen, der hauptsächlich von Grünzeug lebt und erkannte, dass auch der Mensch diese Art von Ernährung benötigt  - womit sie auf einer Linie mit der von Franz Konz propagierten Urkost liegt. Anders als Konz ging Boutenko jedoch noch einen Schritt weiter: Um grünes Gemüse, Salat, Gräser und Kräuter für den Menschen besser konsumierbar zu machen, begann sie, ihr Grünzeug im Mixer zu Smoothies zu verarbeiten - der Grüne Smoothie war geboren.

Die Vorteile des Grünen Smoothie

Ein wichtiges Element der Grünen Smoothies sind die grünen Blätter von bestimmten Gemüsesorten wie Kohlrabi, Radiesche, Rote Bete und Möhren  - all das, was gewöhnlich achtlos abgeschnitten und weggeworfen wird, obwohl es voller gesunder Vitamin und Nährstoffe steckt. Zum Vergleich: Die Blätter der Rote Bete enthält rund 2000x  so viel Vitamin K und 200x so viel Vitamin A wie die Knolle, die häufig als Salat verwendet wird. Doch nicht nur bei den Nährstoffen und Vitaminen sind die grünen Blätter unschlagbar, sie besitzen zudem wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, die beispielsweise als Fänger von Freien Radikalen im Körper viele Krankheiten vermeiden oder heilen können. Zudem haben sie eine antibakterielle, darmreinigende Wirkung, weswegen Grüne Smoothies ideal für Entschlackungs- und Entgiftungstage sind. Zudem können sie - wie Victoria Boutrenko bei ihrem eigenen Sohn Sergei feststellen konnte - den Blutzuckerspiegel stabilisieren und so das Leben mit Diabetes wesentlich leichter machen.

Was gehört in die Grünen Smoothies?

Viele grüne Blätter wie die oben erwähnten Blätter von Gemüsesorten, aber auch Blattgemüse wie Mangold und Sellerie oder wildwachsende Gräser wie Löwenzahn und Brennnessels sind im Geschmack eher bitter. Wer also nur solches Grünzeug zum Smoothie mixt, braucht sich über einen extrem bitteren Geschmack nicht wundern. Victoria Boutrenko hatte dagegen die großartige Idee, den bitteren Geschmack des Grünzeugs mit süßem Obst zu mischen und so für die perfekte Balance zu sorgen. Natürlich ist es nicht wirklich sinnvoll, einfach drauflos zu mixen - für Einsteiger empfehlen wir die hier veröffentlichen Rezepte um das Konzept einmal kennenzulernen und  den Geschmack auszuprobieren. Ansonsten gibt es mittlerweile neben den Büchern von Victoria Boutrenko etliche weitere Rezeptbücher mit tollen Ideen für Grüne Smoothies.

Positiv dabei: Exotische teure Zutaten sind nicht notwendig. Die meisten Gemüse- und Obstsorten sind völlig unproblematisch auf jedem Wochenmarkt zu finden oder wachsen sogar ganz kostenlos in der Natur. Wer nach einer Weile auch mal exotischere Smoothies ausprobieren will, wird auch in türkischen oder asiatischen Läden fündig.

Nicht unbedingt negativ aber doch erwähnenswert ist jedoch, dass sich grüne Smoothies nicht mit dem billigen Haushaltsmixer anrühren lassen. Am besten ist ein Hochleistungsmixer, dem es nicht nur gelingt, das verrührte Grünzeug wirklich "smooth" (glatt) werden zu lassen, sondern auch die Zellen des Blattgrüns aufzubrechen - nur so werden nämlich die wertvollen Nährstoffe freigesetzt. Für einen guten Hochleistungsmixer müssen rund 500 Euro eingeplant werden.

Smoothies zur gesunden Ergänzung

Nicht jeder muss seine Ernährung radikal auf ausschließlich Rohkost oder Grüne Smoothies umstellen. Wer jedoch Snacks zwischendurch im Büro, das fettige Mittagessen in der Kantine oder die Knabbereien auf der Wohnzimmercouch immer mal wieder durch einen gesunden grünen Smoothie ersetzt, wird schon merken, wie sich die positiven Effekte einstellen. Auch für mehrtägige Entschlackungskuren oder für Diäten sind Grüne Smoothies ein idealer Ernährungsbaustein.