BIO-Logisch - Denn das Leben ist die Basis

BIO-Logisch - Denn das Leben ist die Basis

Diese Überschrift enthält eine Aussage, die eigentlich nicht mehr kommentiert werden muss. Es ist eine Wahrheit, die jeder gleich versteht. Und dennoch haben wir Menschen uns von dieser Wahrheit sehr entfernt, und sind sogar bereit, dies noch weiter zu tun.

Schauen wir zurück, weit zurück. Schauen wir bis an den Anfang des Lebens. Vor etwa zwei Milliarden Jahren entwickelten sich die ersten Zellen auf diesem Planeten. Von diesem frühen Zeitpunkt an verlief das Leben hier auf dieser Erde immer in vollkommener Übereinstimmung mit den natürlichen Gegebenheiten und immer auf der Basis des Lebens. Es musste auch diese Übereinstimmung haben, da sonst die gesamte Evolution gescheitert wäre. Erst in entwicklungsgeschichtlich jüngster Zeit haben wir begonnen, den weisen Kurs des Lebens zu verlassen oder massiv zu stören.

Wenn wir einen 30 Millionen Jahre andauernden Entwicklungsprozess auf einem Metermaß darstellen würden, dann entsprechen 30.000 Jahre nur noch einem einzigen Millimeter. Nehmen wir dann die letzten 3000 Jahre, dann sind wir nur noch bei 0,1 Millimeter. Und wenn wir den gesamten Prozess des Lebens mit einbeziehen, der ja schon sehr viel früher begann, dann schrumpft der Abschnitt unserer Zivilisation zu einem solch winzigen Strich zusammen, der nur noch mit einem Spezialmikroskop sichtbar wäre.

Die Grafik zeigt ein wenig die Dimension. Erkennen Sie rechts den roten Strich? Der wäre im echten Verhältnis noch viel kleiner. 

Noch schlimmer wird es, wenn wir nur noch die letzten 300 Jahren betrachten wollen. Doch auf diesen winzigen Strich bilden wir uns so viel ein, dass wir offenbar - zumindest fahrlässig oder auch aus Profitgier - bereit sind, diese ganze wundervolle Erde zu vernichten. Wir denken auch immer wieder, mit noch mehr Manipulation und Denaturierung werden wir es schaffen, die Probleme zu lösen. Doch genau das Gegenteil tritt ein.

Wenn wir einen Kern oder einen Samen nehmen, der nicht manipuliert und denaturiert wurde, dann wächst daraus wieder eine Pflanze, die neue Früchte trägt. Nehmen wir aber einen denaturierten und dabei getöteten Samen, dann passiert nichts. Er verrottet. Der wichtigste Inhalt und die wichtigste Basis ist verloren gegangen. Die Information des Lebens. Doch alles in unserem Metabolismus und unserer Genetik ist auf der Information des Lebens, des biologischen Lebens aufgebaut. Kein Mensch und kein Tier kann dauerhaft ohne gesunde Vitalstoffe leben. Was dann passiert, haben wir z.B. in früheren Jahrhunderten auf den Schiffen gesehen. Massenhaft sind die Seeleute an Skorbut gestorben. Nach nur sechs Wochen sind die Vitamin C Reserven im Körper einfach erschöpft. Der berühmte Kapitän James Cook wurde seinerzeit von der Royal Society ausgezeichnet, nicht für seine Forschungsreisen sondern in Würdigung seiner Entdeckung des frischen Zitronensaftes als Heilmittel gegen Skorbut.

Oft hört man auch das Argument, unser Körper hat sich den veränderten Nahrungsbedingungen angepasst. Aber kann das sein? Kann es sein, dass ein winziger und nur mit dem Mikroskop sichtbarer Strich einen größeren Einfluss auf unsere Genetik hat, als der lange und weise Weg des biologischen Lebens? Kann es sein, das Genmanipulation diese Weisheit quasi im Handstreich „verbessert“? Wir wissen heute, dass extrem lange Zeiträume für genetische Anpassungen in unserer DNA notwendig sind: 1.000.000 Jahre für lediglich 0,1 % !! Und würde man sämtliche DNA-Ketten unseres Körpers aneinanderreihen, käme man auf eine Entfernung, die 600 Mal von der Erde bis zur Sonne reicht. All das ist entstanden in einem zwei Milliarden Jahre andauernden Entwicklungsprozess. Jede Pflanze ist ein hochkomplexes lebendiges Produkt der Natur. Wie können wir nur so vermessen sein und glauben, mit einem Handstreich lässt sich das alles ändern? Wie können wir so blind sein und jene Landwirtschaft subventionieren, die nicht biologisch produziert, statt umgedreht? Wie können wir es zulassen, dass riesige Agrarkonzerne weltweit massenhaft die Bauern in ihre Abhängigkeit bringen? Doch was tuen diese Konzerne, um die Weisheit des Lebens zu schützen?

Unser Körper, der immer wieder mit denaturierten und manipulierten Stoffen überschüttet wird, versucht damit irgendwie klar zu kommen. Er ist eigentlich so perfekt konstruiert, dass nicht jeder Fehler gleich zum Tode führt. Mit einem kleinen Teil unangebrachter Substanzen kann er durchaus fertig werden. Doch die Fülle der anormalen Substanzen und Toxine kann er irgendwann einfach nicht mehr bewältigen. Würde man ein Hochhaus mit einem großen Teil Schrott bauen, würde es instabil werden und sogar zusammenbrechen. Aber wir Menschen tuen genau das, wenn wir minderwertige Nahrung - also Schrott - zu uns nehmen.

Keiner von uns würde ein Auto kaufen, bei dem Lenkrad, Auspuff und das halbe Getriebe fehlt. Aber ob unsere Lebensmittel wirklich noch alle wichtigen Inhaltsstoffe haben, das sieht man leider nicht. Auch sieht man leider nicht, was da noch so alles drin ist.

Wir sind die einzige Art, bei der inzwischen über 30 % vorzeitig an Krebs und 50 % an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, um nur die häufigsten Todesursachen der zivilisierten Menschen zu nennen. Gäbe es plötzlich derartige Krankheits- und Sterbefälle unter den Zebras, Elefanten oder Delphinen, würde ein Aufschrei durch die Medien gehen. Doch bei uns gilt das als normal. Nein, wir werden nicht immer älter, jedenfalls nicht gesund älter. Blättert man in einem Lexikon der Antike, muss man staunen, wie viele Menschen damals schon 70, 80 und 90 Jahre alt wurden. Und das, obwohl sie sich keinen Bypass legen lassen konnten.

Um diesen Planeten und seine Bewohner wieder zu heilen, und um echten Klimaschutz zu erreichen, führt kein Weg daran vorbei, dass die Masse der Lebensmittel Bioprodukte sein müssen - nicht umgedreht. Und dann werden diese Produkte auch nicht zu teuer sein. Doch dazu bedarf es nicht nur eines Umdenkens bei vielen Menschen, sondern auch entsprechender Weichenstellungen in der Politik. Obwohl wir in den letzten Jahren in unserem Land ein stetiges Wachstum im Biobereich erleben, was optimistisch stimmt, sind wir dennoch erst bei einem Gesamtvolumen von nur 5 %. Es ist also noch ein großer Weg, der aber keineswegs unrealistisch ist.


Bernd Bieder