Hexenjagd auf Homöopathie

Hexenjagd auf Homöopathie - Angeblich 10 Todesfälle

Spiegel Online schrieb am 23.02.17 in einem Artikel über angebliche 10 Todesfälle durch Homöopathie in den USA. Focus Online zog einen Tag später nach. Beiden Blättern - und auch den zitierten Quellen in den USA - fehlt jeder Beweis, dass die homöopathischen Präparate tatsächlich die Todesursache waren. Dennoch mangelt es bei beiden nicht, den starken Eindruck zu erwecken, dass dies sehr wahrscheinlich sei. 

„So gefährlich ist Homöopathie wirklich ...“. Solche oder ähnliche Schlagzeilen tauchen da auf.  Wer hat aber schon mal solche Sätze in unseren Mainstream-Medien gelesen, wenn es um sehr bedenkliche oder überflüssige Impfungen oder Medikamente geht? Die milliardenschwere Pharma-Industrie mach eines der dicksten Geschäfte auf unserem Planeten, noch viel dicker als das der Rüstungsindustrie, und sie ist zugleich einer der größten Werbegeldgeber der Medien. Dagegen ist der Umsatz in der Homöopathie nur ein kleines Licht. Aber es wird größer und für immer mehr Menschen eine Alternative. Wem nützt es also, wenn die Homöopathie in Misskredit gerät?

Ganz gleich wie man zur Homöopathie steht, bekannt ist - und das drücken sogar die genannten Blätter aus - dass  homöopathische Präparate gar keine Wirkstoffe enthalten. Wie kann aber etwas, was keine Wirkstoffe enthält, Todesfälle verursachen?

In der Homöopathie geht es um Information. Die Wirkstoffe selbst, bzw. die verwendeten Ausgangstoffe, sind so extrem verdünnt, dass sie nicht mehr nachzuweisen sind. Dann kann man sich noch darüber streiten, ob diese Information therapeutisch wirkt oder nicht. Aber mit Sicherheit ist sie nicht toxisch. Oft wird auch gesagt, dass Homöopathie dadurch heilt, weil es den Placebo Effekt gibt. Nun, falls dem so sei, was ist dagegen zu sagen? Der Patient, der geheilt wurde, dem ist es am Ende egal, ob es „nur“ ein Placebo Effekt war. Und sehr preiswert ist diese Heilung außerdem.

Das Journal der American Medical Association veröffentlichte Beiträge, wonach jedes Jahr etwa 106.000 US-Amerikaner durch pharmazeutische Arzneimittel sterben. Nochmal: 106.000 !!! Auch in Deutschland sind es Zehntausende jedes Jahr. Wo stand darüber aber schon einmal etwas in unseren Mainstream-Medien und den beiden oben genannten Blättern? Bedenkliche Informationen dieser Art muss man vergleichsweise mit der Lupe suchen.

Als unser jüngster Sohn im Alter von 13 Monaten eine schwere Lungenentzündung erlitt, suchten wir auch schulmedizinische Hilfe auf. Nach einer Woche Krankenhaus, mit Antibiotika und Cortison, mit Salbutamol und Atrovent und schulmedizinischer Komplettversorgung am Tropf, ging es nicht wirklich besser. Nach einer weiteren Woche ging es wieder schlechter, mit sehr hohem Fieber und der Perspektive, ihn auf die Intensivstation geben zu müssen. Wir haben uns anders entschieden und eine erfahrene Homöopatin aufgesucht. Das Fieber lag bei 41 °C. Das homöopathische Konstitutions-Mittel gaben wir dann wie verordnet aller 10 Minuten. Dabei standen wir mit der Homöopatin im ständigen Telefonkontakt. Der kleine Kerl lag mit geschlossenen Augen apathisch im Bett. Ein Placebo Effekt schwer vorstellbar. Nach eineinhalb Stunden war das Fieber bis auf 36,7 °C gesenkt. Danach ging es mit seiner Gesundheit und der Heilung seiner Lungenentzündung kontinuierlich bergauf. Uns Eltern bleibt bis heute das schlechte Gewissen darüber, welche Tortur und welche heftigen Mittel wir unserem kleinen Sohn im Krankenhaus hätten ersparen können. Doch noch einmal zurück zur Ausgangsproblematik.

Wenn also die beiden angegriffenen  homöopathischen Präparate in den USA tatsächlich die Ursache für gesundheitliche Schäden sein sollten, dann gibt es ein Problem mit genau diesen Präparaten. Dann enthalten sie Wirkstoffe, die in homöopathische Mitteln gar nicht enthalten sein dürfen. Aber dann ist nicht die Homöopathie als solches gefährlich, denn die ist - ich wiederhole mich - definitiv nicht toxisch. Vielleicht stellt aber jemand mal die Frage: Wie gefährlich sind die Mainstream-Medien wirklich? 

Bernd Bieder