Dioxinskandal – und mein Bioladen ist leer gekauft
Mit Verwunderung betrat ich letzten Samstag unseren Bioladen. Dermaßen leergefegte Ladenregale habe ich seit der DDR-Zeit nicht mehr in einem deutschen Geschäft gesehen. Was war geschehen? Die Verkäuferin erklärt mir, dies würde schon so die ganzen Tage gehen, seit vom Dioxinskandal berichtet wird. Sie hat bereits mit Dringlichkeit weiteren Nachschub geordert.
Da musste ich doch etwas staunen. Wir hatten schon andere Lebensmittelskandale in Europa, die natürlich auch das Bewusstsein einiger Menschen immer etwas schärften. Doch einen Ausverkauf im Bioladen haben die noch nie ausgelöst. Offensichtlich ist diesmal irgendetwas anders.
Dioxin gehört zu den giftigsten Substanzen, die wir auf der Erde kennen. Es ist hochgradig krebserregend. Der zulässige Grenzwert wurde gleich um das 77-fache überschritten.
Diese erschütternde Perspektive vor den Augen dürfte wohl auch jene aufgeschreckt und in den Bioladen getrieben haben, die nicht zu regelmäßigen Biokunden zählen. Plötzlich wird nämlich auf erschütternde Weise klar, dass das Geld, welches wir durch billige Nichtbioprodukte sparen können, nicht einmal im Ansatz dazu reicht, die Schäden in uns wieder zu beseitigen, die durch belastete Nahrungsmittel entstehen. Am Ende zahlen wir durch solche Produkte immer drauf!!! Wir selbst, unsere Umwelt, und damit wieder wir selbst.
Doch eines dürfte ebenfalls klar sein. Dieser Skandal ist nicht der letzte. Es werden noch weitere folgen und es werden so manche unentdeckt bleiben. Allein die Tatsache, dass tausende Zusatzstoffe den Nahrungsmitteln mit gesetzlicher Genehmigung beigefügt werden können, die alles andere als natürlich und lebendig sind, scheint von den meisten Verbrauchern noch immer mit großer Sorglosigkeit hingenommen zu werden.
Die Süddeutsche Zeitung schrieb heute sehr treffend: „Dioxin im Ei, lebendes Rind am Haken – wie krank ist der Verbraucher?“
Inzwischen hat die Slowakei einen Importstopp von deutschen Geflügelprodukten verhängt. „Das sei unbegründet und damit völlig inakzeptabel“, erklärte dazu die Bundesregierung.
Doch man erinnere sich, das ist die selbe Bundesregierung, die vor nicht all zu langer Zeit in das Horn der Panikmache wegen einiger Mikroben blies und der Pharmaindustrie eine millionenschweres Geschenk machte. 236 Millionen Euro Verlust, so die Tagesschau vom 07. Mai 2010, drohe den Bundesländern durch den gehorteten Impfstoff gegen die Schweinegrippe, den kaum einer haben will.
Bleibt anzumerken, dass die nächsten Skandale nicht erst kommen, sie sind schon da. Sie wurden nur noch nicht von unseren Medien entdeckt. Und ob sie alle aufgedeckt werden, ist auch sehr fraglich. Abhilfe schafft dabei nur das eigene steigende Bewusstsein, mit dem ich mich für Naturkost bzw. lebendige Bio-Rohkost entscheide. Das hält übrigens auch den Geist etwas klarer und weniger anfällig für Panikmache oder Sorglosigkeit an falschen Stellen.
Aktualisiert am 9. Juli 2011
Schlagwörter: Bewusstsein, Dioxinskandal, Gesellschaftskritik, Politik

