Rohköstler Frühlingstreffen in Mittelschwaben
Mit gemischten Gefühlen habe ich mich noch kurzfristig für das baselife Frühlingstreffen in Roggenburg bei Ulm vom 8. -11. Mai 2009 angemeldet und wurde sehr positiv überrascht. Bewusst haben Bernd Bieder (www.bernd-bieder.de) und Henner Ritter (letzterer vom www.padma-institut.de in Stuttgart) auf Vorträge und ein festgelegtes Programm verzichtet, damit Begegnung und Austausch zwischen den Teilnehmern im Vordergrund stehen konnten. Das Programm kreierten wir, es entstand fließend aus den jeweiligen momentanen Bedürfnissen heraus. Dies führte zu einer Innigkeit und Verbundenheit zwischen den Rohköstlern verschiedenster Richtungen, wie ich sie so vorher noch auf keinem Treffen erlebt habe.
Untergebracht waren wir in den mit viel Liebe hergerichteten Ferienwohnungen der Vogt-Mühle. Das Areal ist ein Paradies für Kinder und solche, die es werden wollen. Neben der Geisterhöhle gibt es dort eine große, zweistöckige Spielscheune, einen regelrechten Abenteuerspielplatz mit Piratenschiff, Schweinen, Schafen, Ponys und vielen anderen Tieren und jede Menge mehr. Für seine Verpflegung war jeder selbst verantwortlich. Auch das Wetter hat bestens mitgespielt. Laut Internet hätte es das ganze verlängerte Wochenende regnen sollen, letztendlich hatten wir jeden Tag Sonne und Wärme und der Regen hat sich, bis auf vereinzelte kurze Schauer am Abend, auf die Nacht beschränkt.
Der offizielle „Programmbeginn“ war eine Gesprächsrunde Freitag abend in der Scheune. Dank Henner und der engagierten Geste meiner Ferienwohnungs-Mitbewohnerin alle Anwesenden zu umarmen, woraufhin viele dasselbe taten, war die anfängliche Distanz zwischen den Teilnehmenden schnell aufgelöst. Die Gespräche gingen um psychologische, philosophische, esoterische aber auch um ganz persönliche Dinge. Erstaunlich war die Intensität, die beinahe von Anfang an da war, obwohl sich die meisten gerade erst kennen gelernt hatten.
Bis morgens um 10 Uhr hatten wir jeweils Zeit, unsere persönlichen Dinge zu regeln, wie Frühsport, Körperpflege, frühstücken und einkaufen. Dann gab es eine weitere Gesprächsrunde, die bis zur Mittagspause dauerte. Jeder hatte die Chance, seine spontanen Impulse einzubringen, weder Bernd noch Henner haben uns ein Thema vorgegeben, höchstens sanft moderiert. So kamen die unterschiedlichsten Dinge zur Sprache, die jeweils einen tiefen Bezug zu dem, was jeden einzelnen von uns bewegte, und dem herrschenden Gruppengeist hatten. Alle Diskussionen, trotz teilweise abweichenden Meinungen, wurden in Respekt und gegenseitiger Achtung geführt. Jedem von uns war klar, das wir nicht perfekt sind und trotzdem, so wie wir sind, von der Gruppe voll angenommen wurden.
Nach der Mittagspause wanderten wir durch die schöne Natur der Donau-Iller-Region, erfrischten uns auf dem Rückweg in einem See und tankten Sonne auf dessen Steg. Vor dem Abendessen gab es jeweils noch mal eine Gesprächsrunde. Samstag abend demonstrierte uns Henner Ritter an einem jungen Teilnehmer die Familienaufstellung nach Hellinger. Leider mußte Henner bereits Sonntag mittag abreisen.
Sonntag abend versammelten wir uns ums Lagerfeuer, genossen Gitarrenspiel und Gesang einer rocksingenden Rohköstlerin und unterhielten uns. Viel zu schnell verging die Zeit. Am Montag, im Anschluß an das gemeinsame Mittagessen, saßen wir noch bis ca. 15 Uhr beisammen. Danach löste sich der Kreis immer mehr auf, bis auch ich schließlich gegen 17 Uhr die Vogt-Mühle verließ.
Insgesamt habe ich die drei Tage als wunderschön und intensiv erlebt und mich ganz besonders darüber gefreut, daß die ganze Zeit nie jemand versucht hat, mir zu erzählen, ich müsse dringend rohes Fleisch essen oder das und das doch unbedingt so und so zu machen, und daß vegane Rohkost, respektive Urkost, nicht funktioniert, was mir übrigens auf urköstlichen Veranstaltungen durchaus schon passiert war.
Die nächsten Baselife-Veranstaltungen siehe unter: www.baselife.de
Steffi
Aktualisiert am 9. Juli 2011
Schlagwörter: Rohkosttreffen

