Die Sonnenkost nach Helmut Wandmaker

Nicole Freialdenhoven
Nicole Freialdenhoven

Ein Artikel von Nicole Freialdenhoven

Der holsteinische Autor und Unternehmer Helmut Wandmaker wurde im zweiten Weltkrieg mehrmals verwundet und litt noch viele Jahre an den Folgen. Dadurch begann er sich intensiver mit der menschlichen Gesundheit und alternativen Heilmethoden zu befassen. In den USA entdeckte er die Lehre von der Natural Hygiene und machte sie auch in Deutschland bekannt, indem er das Buch "Willst du gesund sein? Vergiß den Kochtopf!" verfasste.  Seiner Ansicht nach sollte sich der Mensch vor allem von sonnengereiften Früchten ernähren, und so nannte er diese Lehre auch "Sonnenkost". Den Verzehr von Wildkräutern und Wildpflanzen lehnte er dagegen eher ab und stand somit konträr der Urkostlehre von Franz Konz gegenüber.

Helmut Wandmaker
Helmut Wandmaker

Sonnengereiftes Obst
und sonst nicht viel

Wandmakers Credo lautete: "Nur drei Dinge solltest du zu dir nehmen: Reine Luft, sauberes Wasser und frische Nahrung, an die unser Körper seit Millionen von Jahren angepasst ist". Etwa 70 % der Kost sollte dabei aus basenbildenden Nahrungsmitteln wie Früchten, Gemüse und Wasser bestehen, während säurebildende Nüsse und Samen nur sparsam gegessen werden sollen. Früchte stehen bei der Sonnenkost ganz eindeutig im Mittelpunkt. Schließlich werde das Obst freiwillig von der Natur hergegeben, während beispielsweise Gemüse jedes Jahr aufs Neue gepflanzt und geerntet werden müsse.  Bei Salaten sollen bevorzugt Gemüsefrüchte wie Gurken, Paprika und Tomaten gegessen werden. Zucker und Gewürze wie Salz und Pfeffer sind verboten.

Im Unterschied zu Konz lehnte Wandmaker das zusätzliche Trinken nicht ab, empfahl jedoch destilliertes Wasser anstelle von gewöhnlichem Trinkwasser. Tee ist dagegen verboten, da das benötigte Wasser dazu erhitzt werden müsste. Milch und Milchprodukte sind ebenso tabu wie Getreideprodukte.

Darmspülungen optional

Ein weiterer Aspekt der Natural Hygiene-Lehre, die Wandmaker aus den USA übernahm, war die Lehre der inneren "Tiefenreiniging" die zur Entschlackung des Körpers führen sollte. Dazu gehören regelmäßige Darmspülungen oder Einläufe, die jedoch nicht von allen Sonnenköstlern durchgeführt werden.

Überhaupt gilt die sehr einseitige Rohkosternährung mit Früchten als gesundheitlich bedenklich, da die Sonnenköstler große Mengen an Fruchtzucker zu sich nehmen, der u.a. die Darmflora beeinträchtigt. Auch kann es zu Vitamin B12- und Eiweißmangel kommen, da wichtige Proteinlieferanten wie Nüsse als säurebildend verpönt sind. Kurzzeitig ist eine Übergewicht an frischen Früchten in der Rohkosternährung jedoch kein Problem.

Wie Konz mit seiner UrKost hat auch Wandmaker mit seiner Sonnenkost viele Menschen zum Nachdenken gebracht und zum Ändern ihrer traditionellen Ernährungsgewohnheiten, auch wenn im Detail so manche ihrer Empfehlungen mitunter noch arge Problematiken schlummern.

Helmut Wandmaker starb im Jahre 2007 im Alter von 90 Jahren.