Fastenwandern

Innere Reinheit und Fastenwandern

In unserer heutigen Zeit wird sehr viel auf die äußere Reinheit des Körpers geachtet. Eine ganze Industrie lebt davon. Sicherlich ist es auch angenehmer, einem gepflegten statt einem ungepflegten Menschen zu begegnen. Wie sieht es aber im Inneren des Körpers aus? Darum machen sich sehr viel weniger Menschen Gedanken, obwohl der Organismus eines üblichen Zivilisationsmenschen nicht selten von einer täglichen Lawine aus „Schmutz“ überschüttet wird, enthalten in denaturierten und überschüssigen Nahrungsmitteln, Konservierungsstoffen, Medikamenten, Umweltgiften usw. So wäre es doch eine gute Idee, auch das Innere des Körpers hin und wieder intensiv zu reinigen. Dazu bietet sich eine ganz einfache und natürliche Methode an - das Fasten bzw. das Fastenwandern.

Wenn Menschen, die sich regelmäßig äußerlich pflegen, diese Pflege unterbrechen, riechen sie oftmals rasch unangenehm. Dies wird meistens als normal angesehen. Doch es ist keineswegs normal. Es ist ein Zeichen, dass sich im Inneren des Körpers üble Stoffe befinden, die zum Teil nach draußen drängen. Jedoch bedeutet das Fehlen oder das geringere Erscheinen dieser Symptome nicht zwangsläufig im Umkehrschluss, dass es diese Belastungen in diesem Körper nicht gibt. Es kann auch sein, dass die Bereitschaft oder die Fähigkeit des Körpers zur Entgiftung herabgesetzt ist. Herabgesetzt durch die permanente Überlastung oder Vergiftung. Der Organismus der meisten Zivilisationsmenschen wird allein schon mit denaturierten Eiweißmolekülen regelmäßig dermaßen überschüttet - und dies nicht nur aus tierischen Produkten, auch in Mehlspeisen und ähnlichem enthalten -, so dass bereits dies ein erhebliches Problem darstellt. Hinzu kommen Unmengen an raffiniertem Zucker usw. Von all den toxischen Stoffen und hunderten Derivaten, die heutige Nahrungsmittel enthalten, ganz zu schweigen.

Ein völlig unterschätztes Problem sind auch die vielen toten Substanzen in unserer Nahrung. Es fehlen die wichtigen Vitalstoffe. Die Inhaltsstoffe sind aus ihrem natürlichen Verbund gerissen und enthalten nicht mehr die weisen Informationen des Lebens. Die winzigen Bausteine passen einfach nicht mehr zusammen. Dem Körper, der diese unpassenden Mengen und beschädigten Bausteine nicht mehr ausreichend auf natürliche Weise ausscheiden bzw. entgiften kann, bleibt gar nichts anderes übrig, als sog. Depots anzulegen, z.B. in den Bindegeweben. Jedoch sind schlanke Menschen, die augenscheinlich kleinere Depots besitzen als dicke, nicht unbedingt weniger belastet. Es kann sehr komplexe und individuelle Situationen geben. Die zunehmende Ausbreitung von Fastfood und Fertiggerichten, von industriellen Zusatzstoffen, oder auch die Genmanipulation, forcieren diese Probleme gewaltig.

Wer mit dem Fasten beginnt, wird besonders in der ersten Woche auch feststellen, dass dies von unangenehmen Körpergerüchen begleitet wird. Doch dies sollte keinesfalls ein Grund sein, das Fasten oder das Fastenwandern zu unterlassen. Ganz im Gegenteil. Man kann sich freuen, dass der Körper nun die Möglichkeit hat, diese innere Reinigung und Entgiftungsarbeit zu machen.

Im Zusammenhang mit dem Entgiften wird auch oft von Entschlacken gesprochen. Doch es gibt bei uns an Universitäten und Max-Planck-Instituten einige Diätspezialisten und Stoffwechselforscher, die nach Schlacken im menschlichen Körper gefahndet und angeblich nichts gefunden haben. Warum schauen aber jene, mit Spezialwissen und teuren Apparaturen ausgestatteten Personen nicht einfach mal in die verpickelten Gesichter ihrer Kinder, oder auf die verschleimten Auswürfe kranker und zum Teil auch gesunder Menschen, oder auch auf die Gicht- und Grießknoten ihrer Eltern und Großeltern? Man darf sich in diesem Zusammenhang natürlich nicht Schlacken vorstellen, die aussehen wie die verkrusteten Klumpen aus Hochöfen. Obwohl es besonders im Darm in der Tat so manche Klumpen geben kann, die sich durch das Fasten und durch regelmäßige Einläufe beim Fasten lösen. Vielmehr sind Schlacken in diesem Zusammenhang aber als Ablagerungen zu verstehen, die auf sehr unterschiedliche Weise im Organismus erfolgen können. Es können Ablagerung weit verstreut in den Zellen sein. Es gibt Ablagerungen in oder an den Organen, in den Gelenken und besonders im Bindegewebe. Sehr viele Menschen in den mittleren und älteren Jahren spüren knotenartige Gebilde unter ihrer Haut, oft sogar an mehreren Stellen. Von Erbsengröße bis hin zur Größe einer Pflaume. Manche lassen sich diese Gebilde auch operativ entfernen. Diese sind nichts anderes als jene Ablagerungen oder Schlacken. Es ist Stoffwechselschrott, bzw. Schrott aus unserer Nahrung, den der Körper abkapselte, um ihn sozusagen aus den Verkehr zu ziehen und weil er auf Grund der akuten Umstände keine andere Lösung für die Ausscheidung fand. Wer diese knotenartigen Ablagerungen selbst besitzt und sich längere Zeit zum Fasten oder Fastenwandern aufmacht, wird überrascht sein, dass diese Gebilde schrumpfen und mitunter sogar ganz verschwinden.

Ein anderes Problem ist die weit verbreitete Übersäuerung des Körpers. Die meisten heutigen Menschen sind durch zu viele Säurebildner - enthalten in diversen Speisen und Getränken - viel zu sehr übersäuert, was wiederum eine Verkettung sehr ungünstiger Folgen nach sich zieht, vom beschädigten Darmmilieu über das angeschlagen Immunsystem usw. Wichtig wäre aber eine an basischen Stoffen reiche Nahrung. Basische Stoffe sind reichlich in rohen Früchten und Gemüse enthalten. Auch hier soll ein Missverständnis gleich mit ausgeräumt sein. Rohe Früchte sind nicht säureüberschüssig, wie oft geglaubt wird, weil sie Fruchtsäure enthalten, nicht einmal die Zitrone. Sie sind basenüberschüssig, sobald sie sich mit den Enzymen des Körpers (bereits im Speichel) verbinden. Sie reagieren jedoch sehr wohl Säure bildend, wenn sie gekocht verzehrt werden, oder auch, wenn bei einer Mahlzeit mit rohen Früchten gleichzeitig (oder davor bzw. danach) Brot, Wurst, Kuchen, Schokolade und ähnliches verzehrt werden. Auch die Fruchtsäfte, die es in Flaschen oder Tetrapacks in den Supermärkten gibt, sind allesamt Säurebildner, während frisch gepresste und ungesüßte Säfte basenüberschüssig sind. Beim Fasten werden nicht nur Schlacken sondern auch die Säuren aus den Depots gelockt und wieder ausgeschieden. Ebenfalls ein enormer Vorteil durch das Fasten.

Der inneren Verschmutzung kann man durch Heilfasten oder Fastenwandern leicht begegnen. Denn Fasten wird nicht ohne Grund als ein Operationsmesser der Natur bezeichnet.