Gedanken über gesunde Ernährung
Was für ein Begriff! Jeder denkt, er würde verstehen, was damit gemeint ist. Dabei ist er dehnbarer als ein Gummiband und jeder sieht darin den Stand seines Wissens. Wenn man sich die vielen verschiedenen Ernährungsrichtungen und Diätformen anschaut, von denen einige den Anspruch erheben, die einzige Wahrheit für ihre Anhänger bereitzuhalten, kann man schon ins Zweifeln kommen, sobald Vergleiche angestellt werden. Oftmals sind die Regelwerke so kompliziert, dass man nur den Kopf schütteln kann. Die Folge davon ist eine zunehmende Verunsicherung, oder der Glaube daran, dass ihm die angebotene Nahrung nicht schadet. So bleibt dem Suchenden nur die Hoffnung, den richtigen Weg gewählt zu haben.
Was kann man nun tun, um Ordnung in all das zu bekommen? Wie kann man einen Bewertungsmaßstab finden, um entscheiden zu können?
Ich wäre erfreut, wenn es mir gelingt, den Leser zu einer Freiheit der Entscheidungen beim Kauf von Nahrung nach bewussten und begründeten Kriterien zu führen und nicht ein Regelwerk von Geboten und Verboten sein Handeln bestimmt. Wenn dann die Neugier geweckt wird, die von mir angeführte Literatur zu lesen und selbst weiterführende Erkenntnisse zu sammeln, wäre dies der nächste erfolgreiche Schritt. Spannende Ergebnisse von Forschern aus vielen Ländern, die zu unterschiedlichen Zeiten lebten, erwarten den Suchenden. Sie alle tragen zu der Erkenntnis bei, die mein Thema beschreibt. Die Krönung wäre jedoch der Gesundheitsgewinn durch Umsetzung der Erkenntnisse.
Ich versuche etwas Hilfestellung zu geben. Zunächst muss über den Begriff „gesunde Ernährung“ gesprochen werden. Was ist denn das? Haben Sie jemals eine hilfreiche Definition gefunden? Sicherlich nicht, aber trotzdem findet er in der Werbung von der Nahrungsindustrie bis zum Bio-Laden Anwendung. Wer kennt nicht den fürchterlichen Satz: „Iss das, das ist gesund“ Wenn er lange genug wiederholt wird, prägt er, trotz Grundlosigkeit und geschmacklicher gegenteiliger Erkenntnis. Liegt in der Behauptung des gesundheitlichen Wertes schon der Schlüssel? Wer behauptet denn was und mit welchem Zweck?
In der von wirtschaftlichen Interessen freien Literatur finden sich hilfreiche Aussagen: „Im ständigen Wechsel der der Meinungen, aber auch der Bedrohungen im Bereich der Ernährung wird die Bedeutung der bleibenden Grundregeln deutlich. Diese Grundregeln jeder, die Gesundheit fördernden Ernährung, werden in jenen Erfahrungen überzeugend erkennbar, die weltweit, in vielen Zeiten und unterschiedlichen Kulturen gemacht wurden und von Forschern aufgezeichnet sind.“ (Hippokrates Verlag Stuttgart, Albert von Haller, Gefährdete Menschheit, 9. Auflage, S.4).
Hier kommen verschiedene Aspekte einer gesunden Ernährung zum Ausdruck:
• Grundregeln
• universelle Anwendbarkeit
• Bewährung
• Langfristigkeit
• Dokumentation
Das sind bereits einige Aussagen, an denen neuere Ernährungsformen scheitern dürften. Doch noch haben wir keine Definition. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass es um einen Schatz an Wissen geht, der seit Anbeginn der Menschheit entwickelt wurde und der nun durch Sie zu heben ist.
Doch lesen wir weiter: „Was bedeutet Nahrung grundsätzlich? Diese Frage hat der Nobelpreisträger Schroedinger sehr knapp und sehr genau beantwortet: „Das Aufsaugen von Ordnung“. Da Ordnung im Organismus Gesundheit, Unordnung aber Krankheit bedeutet, so wird deutlich, dass es nicht nur ums Sattwerden geht. Es kommt auf die Zusammenstellung und die biologische Qualität unserer Lebensmittel an. Das, was wir Tag für Tag zu uns nehmen, ist zu wichtig, als die Entscheidung darüber dem Zufall, einer Gewohnheit oder der Bequemlichkeit zu überlassen.“ (ebenda S.6)
Fügen wir unserer Liste drei weitere Punkte hinzu:
• Gesundheit
• Erkenntnis der Zusammenhänge
• Lebensmittelqualität
Diese Punkte machen deutlich, welche Forderungen an eine gesunde Ernährung gestellt werden. Uns begegnet hier die Lebensmittelqualität, also der Wert der Nahrung - die Vollwertigkeit. Somit unterstelle ich, dass eine vollwertige Nahrung eine gesunde Nahrung ist und verändere die Fragestellung von „Was ist gesunde Ernährung?“ zu „ Was ist vollwertige Ernährung?“.
Eine Antwort darauf gibt uns Prof. Dr. med. Kollath:
„Eine Nahrung, die alles enthält, was der Organismus zu seiner Erhaltung und zur Erhaltung der Art benötigt, darf man … als vollwertig bezeichnen; nur so ist der Begriff ‚Vollwert-Nahrung‘ gerechtfertigt. Naturfremde, also synthetische Stoffe müssen fehlen. Aus den Lebensmitteln dürfen nur solche Bestandteile entfernt werden, deren Nichtnotwendigkeit in jahrzehntelangen Beobachtungen sicher erwiesen ist. Entsprechend dürfen nur solche Stoffe zugegeben werden, deren Unschädlichkeit eben so sicher bewiesen ist.“ (Haug Verlag, Prof. Dr. med. Werner Kollath, Die Ordnung unserer Nahrung, 15. Aufl. S.76)“
Nun lassen Sie sich diese Definition nochmals durch den Kopf gehen. Vergleichen Sie diese mit Ihrer täglichen Kost.
Es ist natürlich so, dass der Wissenschaftler Kollath auch den Beweis angetreten hat. Genialerweise hat er uns mit seinem wichtigen Werk auch den Schlüssel in die Hand gegeben, um unsere Nahrung zu bewerten, den Einkauf zu erleichtern, uns frei zu machen von Kalorientabellen (!) und Vorschriften. Ein einzelner Satz fasst es zusammen: „Lass deine Nahrung so natürlich wie möglich“.(Kollath) Die Betonung liegt auf Natürlichkeit, also unverarbeitet. Gleichzeitig gibt er uns auch Gestaltungsspielraum in Fragen der Umsetzbarkeit. Das Ziel ist Gesundheit. Enthielt doch die Fragestellung auch das Wort „gesund“. Versuchen wir uns also noch in einer Definition für den Begriff Gesundheit. Nun beginn es, schwer zu werden. Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit zu beschreiben, ist sicher ein einfacher Weg. Genügt er aber? Ein kleiner Luftzug lässt uns die Grenze zur Krankheit überschreiten. Ist es das, was wir wollen? Betrachtungen tieferer Natur sind im Geheimarchiv der Ernährungslehre zu finden. Das Ziel sollte Gesundheit „..die echte, die positive, die sturmfeste Gesundheit ...“ sein. (Bircher-Benner Verlag Bad Homburg VdH, Dr. Ralph Bircher, Geheimarchiv der Ernährungslehre, 4. Auflage, S.7)
Nun haben wir alle Kriterien beisammen. Wir wissen, was unter gesunder Ernährung zu verstehen ist und wir wissen, dass das Ziel in einer sturmfesten Gesundheit besteht. Diese einfache Definition gibt uns schon alle Mittel in die Hand, das Ziel zu erreichen.
Aus der Praxis meiner Kurse weiß ich aber, dass dies bei weitem noch nicht ausreicht. Fragen über die Umsetzbarkeit, über Hilfsmittel zur Einkaufsentscheidung, zur Küchenpraxis, zu „ja, aber“ und letztlich die Unkenntnis der Behandler in diesem Bereich verhindern den Aufbruch zu einer wunderbaren Erfahrung, der Erfahrung der Gesundheit. Deshalb habe ich mich entschlossen, hier auf den Baselife-Seiten meinen kleinen Ausflug in die Welt der vitalstoffreichen Vollwertkost (schon wieder ein neuer Begriff) fortzusetzen.
Als Fortsetzungen dürfen Sie sich freuen auf:
• Anwendung der Kollath-Tabelle, Erlärung der Vitalstoffe
• Betrachtungen zu Fetten
• Betrachtungen zu Eiweißen
• Betrachtungen zu Kohlehydraten
• Küchenpraxis
• Rezepte
• Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten
Wichtig ist bei allen meinen Ausführungen zu wissen: Sie sollen Sie anregen, sich selbständig mit dem Thema auseinander zusetzen. Eigene Erfahrungen und tieferes Wissen sind erforderlich, wenn Sie in der Frühstücksrunde im Kollegenkreis den süßen Kuchen ablehnen. Schlimmer wird es in der Verwandtschaft. Doch müssen Sie hier wirklich argumentieren? Ich rate davon ab. Wozu dann die Mühe, das Thema zu vertiefen? Es geht um SIE. Es geht um Zweifel, die aufkommen können, geboren aus Halbwissen und Fehlinformationen die Ihnen massiv entgegentreten. Diskutieren Sie nicht, tun Sie einfach, und Zweiflern nehmen Sie mit: „wenn du meinst“ jeden Wind aus den segeln.
Meine Schwester konsultierte damals, als ich vor 20 Jahren begann, den Sektenbeauftragten, um die Möglichkeiten zu erörtern, meine Kinder diesem durchgeknallten Jünger einer unverständlichen Sekte zu entziehen. Heute bin ich der Turnschuh und sie der alte Latschen.
Also, auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt (Laotse) – los geht’s!
Wer schneller reisen möchte, kann sich gerne an mich wenden.
Hans-Peter Richard
Ärztlich geprüfter Gesundheitsberater GGB. Ich führe individuelle Gesundheitsberatungen durch und gebe praktische Anleitungen
Terminvereinbarungen, telefonisch: 0340 2404094 oder per email: hp.richard@gmx.de



