Die Kollath-Tabelle

Hans-Peter Richard
Hans-Peter Richard

Ein Artikel von Hans-Peter Richard

Gerade habe ich beim Durchsuchen meiner Bücher einen Zeitungsausschnitt gefunden, der besagt: „Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland wird sich … bis 2050 verdoppeln. … Das hat eine Studie des Kieler Fritz-Beske-Instituts ergeben. Demnach wird die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen bis zum Jahr 2050 auf 2,2 Millionen ansteigen. 2007 waren es noch 1,1 Millionen.“ (Die Welt, 26.8.2009, Altersbedingte Krankheiten nehmen explosionsartig zu)

Das klingt schon beängstigend. Kann es jeden treffen? Ja kann! Nur andererseits kann man auch was tun, um nicht dazu zu gehören. Denn Demenz ist eine ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit. In Rom, zu Zeiten der Cäsaren war es üblich, erst mit mindestens 60 Lebensjahren in den Senat gewählt zu werden. Vorher war man zu jung. Wenn diese Menschen aber Demenz nach kurzer Zeit bekommen hätten, würde sich das System sicherlich nicht lange gehalten haben.

Schauen wir mal in das Geheimarchiv der Ernährungslehre. Gleich begegnet mir die Studie des Zahnarztes Adolf Roos im Walliser Hochtal Goms. Diese von allem öffentlichen Verkehr abgeschnittene Tal wurde von ihm 1930 besucht und er unternahm eine Untersuchung des Gesundheitszustandes der dort lebenden Menschen und natürliche analysierte er auch ihre Nahrung.
„Man muss hier wissen, welchen Ruf die strotzende Lebenskraft der Gomser gehabt hatte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galten sie als die besten Soldaten der Schweizer Miliz. Eine 'gesündi Razze', groß, schlank und fast nie korpulent. Berühmt waren vor allem die die leuchtenden, kräftigen, gesunden 'Gomser Zähne'. Roos fand noch 1030 Vertreter dieses kräftigen Menschenschlages. Bauern, die mit 90 Jahren steinhartes Brot kauen konnten und 32 intakte Zähne hatten. Männer und Frauen mit enormen Körperkräften (Frauen, die 90 kg schwere Lasten 4 Stunden weit trugen). Die Antworten dieser Alten zeugten von kluger, scharfer Beobachtung und stimmten allenthalben vorzüglich miteinander überein. Es ging daraus hervor, dass die Lungenentzündung fast die einzige Krankheit gewesen war, die man gefürchtet hatte....“ (Bircher-Benner Verlag Bad Homburg vdH, Dr. Ralph Bircher, Geheimarchiv der Ernährungslehre, 4. Auflage, S.101f)

Raten Sie, was geschah, als eine Straße ins Tal gebaut wurde…

Was hat das nun mit Demenz zu tun? Alles! Man kann hier lernen, dass Demenz nicht Gott gegeben ist, sondern angefressen. Die Wahl der Nahrung ist entscheidend und natürlich die Lebensführung. An der Lebensführung ist relativ wenig zu machen. Unsere Arbeitsorganisation zwingt uns zu sitzender, monotoner Beschäftigung in einem wenig wesensgemäßen Umfeld. So wollen wir wenigstens die Nahrung optimieren.

Prof. Werner Kollath (1892 - 1970)
Prof. Werner Kollath (1892 - 1970)

Ich hatte versprochen, Ihnen ein Mittel in die Hand zu geben, dass dies leisten kann. Hier ist es, die Kollath-Tabelle.

Diese Tabelle ist vereinfacht gegenüber Kollaths ausführlicherer Darstellung und ist dem Buch „Unsere Nahrung unser Schicksal“ von Dr. med. Max Otto Bruker, emu-Verlag, 27. Auflage, S 136f entnommen.

Wie ist nun die Handhabung? Zuerst einmal sehen wir uns die Tabelle an. Auffällig ist die Unterteilung in Lebensmittel und Nahrungsmittel. Was sind Lebensmittel? Das ist Nahrung, die noch die Qualität des Lebendigen hat, in der noch Stoffwechselvorgänge ablaufen. Selbst wenn das Fleisch roh vor Ihnen liegt, hat es noch das Kriterium „lebendig“, denn die Zellen arbeiten noch. Das Samenkorn ruht zwar, wird aber bei Wasserzufuhr aktiv. Seine Stoffwechselvorgänge laufen bis dahin sehr langsam. Es gibt CO2 ab. Lagert man es in Gläsern, wird es ersticken und dann nicht mehr lebendig sein. Wie kann man nun Nahrung verarbeiten, dass sie lebendig bleibt?
Sehen wir uns die Tabelle weiter an. Die Lebensmittel sind unterteilt in natürliche, also unverarbeitete, mechanisch veränderte und fermentativ veränderte. Beispiele dazu sind in der Tabelle zu finden.

Den Gegensatz dazu bilden die Nahrungsmittel. Hier sehen wir erhitzte, konservierte und präparierte Nahrung. Kollath und Bruker warnen eindringlich vor den Präparaten. Sie haben in einer die Gesundheit fördernden Nahrung keinen Platz. Dieser Nahrung wurden wesentliche Bestandteile entzogen. Erinnern Sie sich noch an die Definition der gesunden Ernährung?
Ich möchte sie Wiederholen:

„Eine Nahrung, die alles enthält, was der Organismus zu seiner Erhaltung und zur Erhaltung der Art benötigt, darf man … als vollwertig bezeichnen; nur so ist der Begriff ‚Vollwert-Nahrung‘ gerechtfertigt . Naturfremde, also synthetische Stoffe müssen fehlen. Aus den Lebensmitteln dürfen nur solche Bestandteile entfernt werden, deren Nichtnotwendigkeit in jahrzehntelangen Beobachtungen sicher erwiesen ist. Entsprechend dürfen nur solche Stoffe zugegeben werden, deren Unschädlichkeit eben so sicher bewiesen ist.“ (Haug Verlag, Prof. Dr. med. Werner Kollath, Die Ordnung unserer Nahrung, 15. Aufl. S.76)“

Inzwischen ist erwiesen, dass Auszugsmehle, alle Fabrikzuckerarten (ja auch Rohrohrzuckerarten) und vieles andre, was die übliche Zivilisationskost ausmacht, zur Krankheit führt. Konserven sind für Notfälle gut, sollten aber nicht Bestandteil der täglichen Ernährung sein.

Die warme Mahlzeit, auch wenn sie kalt ist, ist somit auch nicht gesundheitsförderlich. Hier orientiert sich der Gesunde einfach an der Spaltenzahl. Drei Spalten Lebensmittel, eine Spalte Nahrungsmittel – so sollte auch die Kostzusammenstellung sein. Drei Viertel der täglichen Nahrung ist lebendig und ein Viertel ist erhitzt. Wenn Sie das einhalten, gibt es gar keine Probleme mehr, auch nicht mit den Kalorien. Wer mehr Gesundheit möchte, bleibt einfach im Bereich Lebensmittel.
Na, ist doch einfach – oder?

Manchmal werden Sie zweifeln und nicht wissen, wo Sie was einordnen sollen. Nehmen wir das Bier. Ich mag es auch, aber nicht aus Flaschen, denn das ist pasteurisiert und somit ist aus dem ursprünglichen Lebensmittel eine Konserve geworden.

Übrigens, das Bier vom Fass ist meist nicht pasteurisiert.
Nehmen wir das gekaufte Vollkornmehl. Das ist zwar besser, als das Auszugsmehl, aber auch bei ihm sind Teile der Randschichten und der Keimling entfernt, denn sonst würde es ranzig werden. Somit haben wir - richtig! - ein Präparat. Streiten wir nicht, ob es bessere oder schlechtere Präparate gibt, nehmen wir einfach die Definition für die gesunde Ernährung. Es ist nun mal so, dass in den Randschichten und im Keimling sehr wertvolle Vitalstoffe stecken.
Machen Sie die Vollkornnudel aus selbst gemahlenem Getreide, dann wird es eine Konserve (getrocknet).

Vitalstoffe muss ich noch erklären. Dieser Begriff geht auf Prof. Schweigart zurück und er ersetzt den Begriff Auxone (Wuchsstoffe) von Prof. Kollath.
Diese beinhalten
• Spurenelemente
• ungesättigte Fettsäuren
• Faserstoffe (sog. Ballaststoffe)
• Fermente, Enzyme
• Mineralien
• Aromen
• Vitamine

Ich möchte ergänzen: Und bisher noch nicht bekannte Stoffe. Die Rolle der Bio-Photonen ist in diesem Zusammenhang, soweit ich weiß, noch nicht untersucht worden. Ich wage zu behaupten, dass gerade das eine Photon pro Zelle eine sehr wichtige Rolle spielt, aber beweisen kann ich das nicht. Es ist aus meiner Sicht auch nicht notwendig. Essen wir es einfach auf und überlassen wir unseren Organismus die Entscheidung damit zu machen, was er möchte.
Die Tabelle ersetzt leider nicht das Mitdenken bei der Zusammenstellung der täglichen Kost. Es fließen viele Faktoren ein. Einseitigkeit sollte auf jeden Fall vermieden werden. Obst beispielsweise besteht hauptsächlich aus Wasserzellen. Beim Apfel gehört das Kerngehäuse zum Apfel, also auch in den Bauch. Wurzelgemüse haben einen höheren Stellenwert als Blattgemüse. Bioqualitäten sind auf jeden Fall besser als Turbogemüse. Ein gutes Vollwert“koch“buch zum Einstieg ist ratsam. Wer dann das Prinzip verstanden hat, kann sich wunderbar frei bewegen und nur noch über die ständig wechselnden Meinungen, was gesund sein soll, lachen.
Sie wissen ja, Lachen ist gesund.

Hans-Peter RichardÄrztlich geprüfter Gesundheitsberater GGB. Ich führe individuelle Gesundheitsberatungen durch und gebe praktische Anleitungen Terminvereinbarungen, telefonisch: 0340 2404094 oder per email: hp.richard@gmx.de