Energie, Ernährung und Bewusstsein -- Kapitel 1

Rohkost Buch
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Wenn wir uns einmal die üblichen Zivilisationsnahrungsmittel genauer anschauen, so fällt es nicht schwer zu erkennen, dass sie ein Ergebnis gravierender Verfälschungen sind. Sie werden konserviert und sterilisiert, präpariert und fermentiert, erhitzt und gefrostet, raffiniert und homogenisiert, mechanisch verändert und mit chemischen Mitteln behandelt, vielleicht sogar bestrahlt und manches weiter. Die dafür verwendeten Ausgangsprodukte selbst stammen auch schon aus belasteten und manipulierten Ressourcen wie der intensiven Landwirtschaft oder der Massentierhaltung. Dass diese Produkte mit einer ursprünglichen natürlichen Struktur und Energie nicht mehr viel gemeinsam haben, bedarf eigentlich keiner näheren Beweisführung.

Nun verzeichnet zwar der Naturkosthandel bei uns in den letzten Jahren ein ständig wachsendes Umsatzplus, womit das steigende allgemeine Bewusstsein in diesem Bereich sichtbar wird. Dennoch sind aber auch sehr viele Produkte des Naturkosthandels denaturiert, sofern es sich nicht um reines Obst und Gemüse bzw. reine Rohkost handelt. Was da mitunter alles als Naturkost bezeichnet wird, ist in der Natur in diesem Zustand längst nicht so zu finden. Es mag zwar etwas weniger problematisch sein, weil es nicht so stark belastet ist wie vergleichbare Produkte ohne Biosiegel. Aber wirklich natürlich ist es dennoch nicht. So gibt es z.B. Backwaren aus biologisch angebautem Getreide und Speiseeis aus Biomilch. Oder Erdnüsse, ebenfalls biologisch angebaut, aber geröstet. Es gibt verschiedene Samen, die erhitzt und damit beschädigt wurden. Es gibt Brotaufstriche aus weiterverarbeiteten Naturprodukten und vieles mehr. Somit sind also auch bei diesen Produkten die ursprünglichen energetischen und molekularen Strukturen und die natürlichen biochemischen Zusammensetzungen sehr verändert. Nicht durch Zufall wurde mit der Kirliansfotografie sichtbar nachgewiesen, dass naturbelassene Früchte eine viel stärkere bioenergetische Strahlung aufweisen als behandelte Sorten. Und gekochte Produkte haben praktisch gar keine energetische Strahlung mehr. Die Lebendigkeit ist verloren gegangen. Es ist tote Masse mit anormalen Substanzen.

Doch ausschließlich von Rohkost zu leben, das können sich viele Menschen nun auch wieder nicht vorstellen. Zumal sie sicherlich auch die Erfahrung machten, dass Früchte oder andere rohe Produkte nur in begrenztem Maße zufrieden stellen. Das mag zum einen an einer schlechten Qualität dieser im üblichen Handel angebotenen Produkte selbst liegen. Das hat aber auch noch andere gewichtige Gründe, auf die wir erst an späterer Stelle zu sprechen kommen werden.

Kein anderer Bereich des Lebens auf dieser Erde ist so sehr von Manipulationen und Kunstgriffen durchdrungen wie die menschliche Ernährung seit der Zivilisation. Und selbst im Rohkost-Bereich sind jene Sorten, die wir als Kulturfrüchte bezeichnen, keine ursprünglichen unveränderten Früchte mehr - auch nicht, wenn sie biologisch angebaut werden - sondern das Ergebnis züchterischer Manipulationen, die schon vor vielen Jahrhunderten, teilweise sogar vor Jahrtausenden, begannen. Diese Manipulationen gingen in jüngster Zeit häufig sogar so weit, dass so genannte Hybrid-Pflanzen entstanden, die nicht einmal mehr selbst zur Vermehrung fähig sind, zur Freude der industriellen Saatgutproduzenten. Schließlich sind wir inzwischen auch noch so vermessen, in das jahrmillionenalte genetische Programm der Natur einzugreifen.

Spätestens an dieser Stelle wird mancher wahrscheinlich resignieren. Irgendetwas müssen wir doch aber essen! Und wir brauchen auch Genuss für unser Leben! So haben wir uns daran gewöhnt, uns mit Halbheiten, mit faulen Kompromissen, mit Täuschungen oder mit Lügen abzufinden. Wir haben uns daran gewöhnt, schlechte Energie oder energieschwache Produkte als Nahrung aufzunehmen. Wären diese nicht erheblich durch diverse Gewürze oder Süßstoffe sowie durch die Kunstgriffe der Lebensmittelindustrie und der Küchen manipuliert, so würden wir uns oftmals fürchterlich schütteln, dergleichen essen zu müssen. Doch da dies überall manifestiert und weit verbreitet ist, erschien es bisher als normal und wurde kaum ernsthaft in Frage gestellt. Von einigen kosmetischen Veränderungen einmal abgesehen.

In hunderten Millionen von Jahren brachte die Natur eine Vielzahl von Lebensformen hervor, die uns in ihrem Reichtum und in ihrer Schönheit nur in Staunen versetzen können. Die Energien, die dabei aufgenommen wurden und die Energien und Formen, die dabei entstanden, trugen ständig dazu bei, diesen fantastischen Reichtum zu mehren und höher zu entwickeln. Erst vor wenigen tausend Jahren, einer zeitgeschichtlich winzigen Spanne, haben wir Menschen begonnen, unsere Nahrung zu verändern und damit in dieses weise Gleichgewicht der Natur immer stärker einzugreifen. Die Entdeckung und Entwicklung der Kochkunst sehen wir im Allgemeinen als großen Fortschritt und als Kultur an. Sie hat auch in der Tat viel verändert auf der Erde. Vielleicht ist sie aber auch ein großer Irrtum. Niemand wird heute noch ernsthaft behaupten können, dass sich durch die gutbürgerliche Küche dauerhaft Vitalität und Gesundheit erhalten oder fördern ließen. Vielmehr haben wir uns darauf eingestellt, permanent an den Schäden unserer Ernährungsgewohnheiten herumzuoperieren. Von den Schäden, die wir damit in der Natur anrichten, ganz zu schweigen. Wir haben uns damit abgefunden, von zehntausenden Krankheiten und frühzeitigem Tod heimgesucht zu werden, während die sich roh ernährenden Tiere in der wilden Natur nicht einmal einen Bruchteil dieser Krankheiten kennen. Und wir reden uns immer noch das Ammenmärchen ein, die Menschen würden heute länger als früher leben. Wobei wir das Wort "früher" gleich undifferenziert für die gesamte Entwicklungs- und Menschheitsgeschichte verwenden. Wahrscheinlich müssen wir uns auch dieses Märchen einreden, um unsere neuzeitlichen Veränderungen und Manipulationen als Fortschritt verkaufen zu können. Doch wenn uns wirklich die Augen aufgehen würden, wenn wir die von uns geschaffenen Missstände wirklich erkennen und spüren würden und wenn wir sehen könnten, um wie viel Glück wir uns dabei selber bringen, dann müssten wir sicher bitterlich weinen. Wir haben uns selbst aus dem Paradies hinausmanövriert und wir sind sogar auch noch stolz darauf und nennen das Fortschritt.

Wie ein Schiff, das von seinem Kurs abgekommen ist, treiben wir immer weiter ab. Vieles haben wir dabei schon verloren oder auch ganz vernichtet. Viele von uns leiden an Krankheiten und nicht wenige davon schwer. Die Beziehungskonflikte und die zahllosen anderen Probleme nicht mitgerechnet. Wir sind dabei, diesen herrlichen Planeten endgültig zugrunde zurichten.
Unsere Lage ist wirklich schwierig, doch zum Glück nicht hoffnungslos. Wie eingangs schon erwähnt, gibt es immer mehr Menschen, die bewusster ihr Leben gestalten. Es sind Menschen, die spüren, dass sie diesen verhängnisvollen Kurs verlassen müssen. In Teilbereichen gelingt es dem Einzelnen vielleicht auch schon hier und da. Auch werden es immer mehr, so dass wir durchaus zuversichtlich sein können. Doch um wirklich das Ruder noch rechtzeitig vor dem Untergang herumzureißen, werden wir nicht umhin kommen, das, was wir täglich als Nahrung in unseren Bauch hineinfüllen, sehr viel kritischer als bisher zu betrachten. Wir werden einsehen müssen, dass sich aus vollkommen denaturierten Produkten keine natürliche, unverfälschte, lebendige Energie erhalten lässt, die in Übereinstimmung steht mit jahrmillionenalten gewachsenen Strukturen und mit den natürlichen Prozessen. Dies ist eine Einsicht, die unsere bisherige Lebensqualität sehr verändern, aber nicht etwa schmälern wird, sondern ausschließlich bereichern und verbessern. Genuss ohne Leid und Reue, sturmfeste Gesundheit, Verlust von Übergewicht, Heilung von zahllosen Krankheiten, Gewinn von Lebensfreude, innere Transparenz und Klarheit, geistiges Wachstum und vieles mehr sind mit einer wirklich natürlichen Nahrung ohne weiteres möglich.

Dabei müssen wir nicht etwa darben, sondern können ein üppiges, paradiesisches Büffet genießen. Das paradiesische Büffet, das sich uns auf diesem Weg erschließt, ist viel größer und reichhaltiger als wir vorher glauben mögen. Es gibt hunderte, nein sogar tausende Sorten in der Natur, die als Nahrung in Frage kommen. Unter diesen befinden sich traumhafte und auch noch viele unbekannte natürliche Delikatessen. Insbesondere in einigen tropischen Regionen haben sich noch zahlreiche ursprüngliche Fruchtsorten erhalten können, die das, was wir bei uns kennen, weit übertreffen. Aber nicht nur aus fernen Ländern, auch aus heimischen Regionen kann das paradiesische Büfett mit vielen wunderbaren Früchten, Beeren, Nüssen und Gemüse bereichert werden, wenn wir durch eine entsprechende Ernährungsumstellung wieder mehr Sensibilität dafür entwickeln und wenn wir aufhören, die natürlichen Produkte ständig zu verfälschen und uns damit selbst zu täuschen.

Wer allerdings nur hin und wieder etwas Obst sozusagen als Nachtisch verzehrt, wird die mit der reinen Rohkost-Ernährung möglichen wunderbaren Erfahrungen noch nicht machen. Zwar wird man damit sicher auch schon einen gewissen Nutzen haben, der umso größer ist, je höher der Rohkost-Anteil liegt. Doch zwischen dem, was wir im Allgemeinen zu kennen glauben und dem, was durch eine vollständige und dauerhafte Rohkost-Ernährung wirklich möglich ist, liegen Welten. Um diesen großen und beeindruckenden Unterschied an sich selbst zu erfahren, ist eine konsequente Ernährungsumstellung nötig, die nicht immer wieder von denaturierten Produkten gestört wird. Damit schließen wir uns wieder an die vitalsten Energiequellen der Natur an. An Energiequellen, aus denen das Leben seit Urzeiten hervorgegangen ist. Das hat in jeder Hinsicht positive Folgen, für uns selbst und für die ganze Erde.

In den Bereichen Sein und Bewusstsein hat sich viel entwickelt in den letzten Jahrzehnten. Es gibt immer mehr Menschen, die die materielle westliche Weltsicht zu hinterfragen begonnen haben, ihre engen Grenzen aufbrechen und neue Wege einschlagen. Auf diesen Wegen zu einem tieferen Verständnis des Lebens und der Liebe zu gelangen, aber vor allem auch sich selber inniger zu spüren und zu verstehen, sind wesentliche Ziele dieser Bemühungen. So gibt es bei uns inzwischen eine Vielzahl von verschiedenen Seminar- und Veranstaltungsangeboten, mit deren Hilfe jene Wege beschritten werden können. Yoga, Gestalttherapie, Kinesiologie und Tantra sind hierfür nur einige Beispiele. In der Regel können deren Teilnehmer auch einen wirklichen Nutzen daraus ziehen. Dieser zeigt sich vor allem auch darin, dass wir eine tiefere Einsicht, ein sensibleres Gespür oder zumindest eine Ahnung davon bekommen, auf welch wunderbare Weise unser Leben und die Natur gestaltet und von energetischen Schwingungen begleitet und durchdrungen sind, ja wie wichtig Energie - gute, unverfälschte und natürliche Energie - für uns ist. Dennoch blieb ein wesentlicher Bereich unseres Lebens lange Zeit von diesen Erkenntnissen zumeist nur schwach berührt. Doch die Entwicklungen der letzten Jahre sollten nun auch hier eine deutlich zunehmende Tendenz ankündigen. Es ist der Bereich der Ernährung. Und dieser Bereich ist mit unserem Körper und mit Energie so nachhaltig verbunden wie kaum ein anderer.

 

Wahrheit der Natur und des Lebens -- Kapitel 2

Zurzeit ernähren sich die meisten Menschen überwiegend von denaturierten Produkten und nur zu einem kleinen Teil von Rohkost. Dennoch gibt es immer mehr, die erkennen, dass die Ernährung eine Schlüsselfrage für Gesundheit und Wohlbefinden ist. So experimentieren manche zunächst mit bestimmten Diäten, häufig erfolglos lange Zeit. Andere versuchen es im Vegetarismus, wobei aber noch gekochte oder zubereitete Speisen oder auch Milchprodukte verwendet werden. Und wieder andere gehen noch einen weiteren bedeutenden Schritt voran. Sie verzichten vollkommen auf jede Art zubereiteter Nahrung und essen alle Produkte in ihrer natürlichsten Form, roh und unverändert.

Zu den verschiedenen Formen der Ernährung ist zudem auch noch eine rege Diskussion im Gange. Jeder hat für seine Richtung die entsprechenden Argumente. Da wird mit Kalorien, mit Nährstoffen, mit wissenschaftlichen Ergebnissen und mit vielem mehr argumentiert. Da gibt es unzählige Behauptungen, die jeweils das Für und Wider belegen sollen. Manch Suchender stolpert von einer Frustration in die nächste hinein. Andere haben gesundheitliche Erfolge und schwören auf ihre eingeschlagene Richtung. Eines scheint aber im Allgemeinen weit verbreitet zu sein. Es besteht ein großes Misstrauen gegenüber allem, was sich als eine allgemeingültige Wahrheit anhören könnte.

Angesichts bestimmter geschichtlicher Erfahrungen ist ein solches Misstrauen auch sehr gut zu verstehen. Es gibt genügend Beispiele, bei denen sich vermeintliche Wahrheiten schließlich als große Irrtümer oder Irrwege herausstellten. Aber häufig wird eine solche pluralistische Haltung auch dafür benutzt, um die eigene Inkonsequenz zu verschleiern, um keine volle Verantwortung übernehmen zu müssen für sich selbst, für die Natur und für den eigenen Gesundheitszustand, und um möglichst unverbindlich zu bleiben. Oft wird auch gesagt, dass viele auf ihre Weise Recht haben, was durchaus auch zu würdigen ist. Und man nimmt sich dann jeweils ein passendes Stück heraus aus den zahlreichen verschiedenen Ansichten. Dies scheint auf den ersten Blick auch sehr vernünftig zu sein. Jeder kann nach seiner eigenen Fasson glücklich werden.

Doch wir kommen nicht umhin festzustellen, es gibt in der Tat auch Dinge, die jenseits jeglicher Diskussionen und Anschauungen liegen und die gleichermaßen auf uns alle zutreffen. Wir sind alle aus Fleisch und Blut, wir sind ein Teil dieser Natur und des Lebens. Wir brauchen alle Luft zum Atmen, saubere Luft, und wir brauchen auch sauberes Wasser. Der Regen fällt aus der Wolke hinunter auf die Erde. Die Sonne spendet ihre Wärme und steht für uns alle am Himmel - jeden Tag. Wir brauchen Schlaf und wir brauchen alle Nahrung.
Die Naturgesetze sind also für alle gültig. Niemand wird behaupten können, dass für ihn die Erdanziehung nicht zutrifft. Jeder weiß, dass es ohne technisches Gerät nicht möglich ist, sich längere Zeit unter Wasser zu begeben, da man sonst schon nach wenigen Minuten ertrinken würde. Jeder kennt Tag und Nacht, Müdigkeit, Schlaf, Hunger oder Durst. Jeder weiß, dass sein Körper bei Verletzungen schmerzen würde. Wir können sogar feststellen, dass die Naturgesetze nicht nur im großen Umfange für uns alle zwingend zutreffen, sondern dass es innerhalb dieses großen Ganzen auch noch Bereiche gibt, die für die einzelnen Arten ganz spezifisch gelten.

Aber wie sieht es nun bei unserer menschlichen Ernährung aus? Ausgerechnet hier sollte es möglich sein, sich drastisch von der Natur zu entfernen? Ein natürlicher lebendiger Körper und Geist sollen sich mit denaturierten toten Produkten dauerhaft gedeihlich entwickeln?
Unter den vielen zehntausenden Arten von Lebewesen auf dieser Erde sind wir die einzige, die ihre Nahrung kocht, die nach der Stillzeit Milch trinkt - und noch dazu die einer anderen Art - und die Medikamente einnimmt. Merkwürdigerweise sind wir auch die einzige Art, die offenbar nicht freizügig von Gott mit Nahrung versorgt wurde. Der Mensch, der sich gern als Krone der Schöpfung und Liebling Gottes betrachtet, muss sich im Schweiße seines Angesichtes für sein „täglich Brot“ abmühen. Während die vielen wilden Tiere alle freizügig mit Nahrung bedacht wurden, muss allein er sich diese hart erarbeiten und einen Großteil seiner Zeit dafür opfern. Nicht zuletzt sind wir auch noch die einzige Art, bei der inzwischen 30 % vorzeitig an Krebs und 50 % an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, um nur die häufigsten Todesursachen der zivilisierten Menschen zu nennen. Gäbe es plötzlich derartige Krankheits- und Sterbefälle z.B. unter den Zebras, Elefanten oder Delphinen, würde ein Aufschrei durch die Medien gehen. Aber unter uns Menschen scheint das als normal zu gelten. Eine merkwürdige Normalität, wie ich finde.

Auch scheint es als normal zu gelten, dass einige Vertreter unserer Art mit Bäuchen herumlaufen, als wären sie im neunten Monat schwanger, jedoch ohne dass dieser Umstand zutrifft, insbesondere nicht bei Männern. Diese drastischen proportionalen Verschiebungen wird man unter den wilden Tieren ebenfalls niemals beobachten können. Aber irgendwie spüren wir doch alle, dass hier die Ernährung ein gravierender ursächlicher Faktor ist, nicht nur für Übergewicht, sondern insgesamt für Krankheiten; auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen und es gerne anderen diffusen Ursachen zuschieben oder ganz verdrängen. Es gibt unzählige Ratschläge und Scheinwahrheiten sowie stereotype Glaubenssätze, die uns vielleicht in unserer Bequemlichkeit unterstützen oder die auch geschäftlich für einige recht einträglich sind, die uns aber von einer echten Lösung unserer Probleme immer noch weit entfernt halten.

Machen wir an dieser Stelle ein kleines Experiment. Stellen wir uns vor, wir kommen ganz alleine auf diese Erde. Wir wissen nichts und es ist auch niemand da, der uns beraten kann, keine Wissenschaftler, keine Ärzte, keine Ernährungsberater. Wir stehen mitten in der Natur und nehmen sie mit unseren Sinnesorganen wahr. Es gibt noch keine verfälschten Nahrungsmittel, die diese Wahrnehmungen täuschen könnten. Wir sehen das Grün der Bäume, sehen das glitzernde Licht auf dem Wasser und die weißen Wolken am Himmel ziehen. Wir hören Vögel unbeschwert musizieren. Im Gesicht haben wir ein vorstehendes Ding ausgerechnet auch noch direkt über dem Mund angebracht. Damit können wir die verschiedenen Düfte in der Natur riechen. Im Bauch spüren wir ein Gefühl, das wir instinktiv als Hunger erkennen.

Wir gehen durch das Grün und nehmen vielleicht hier und da auch etwas neugierig in den Mund, sofern uns ein unangenehmer Geruch nicht schon vorher davon abhält. Manche dieser Proben sind langweilig und manche sogar beißend oder bitter auf der Zunge zu spüren, so dass wir einige sofort wieder ausspucken müssen. Doch dann kommen wir an einen Baum, der Früchte trägt. Wir riechen daran und in unserem Mund fließt sofort Speichel zusammen. Unweigerlich beißen wir in diese Früchte hinein. Wir spüren, dass sie wunderbar schmecken. Wir essen sie, ohne deren Inhaltsstoffe und deren Wirkungen zu kennen. Dieses intellektuelle Wissen ist in einem natürlichen System auch nicht erforderlich. Wir können uns einfach auf unsere instinktiven Wahrnehmungen verlassen und wir erhalten dabei sogar auch noch Genuss, Gesundheit und Lebensfreude dazu gespendet. Ja, und was die Abfälle dieser Ernährung betrifft, so brauchen wir uns auch darum keine Gedanken zu machen. Unverfälschte natürliche Produkte erzeugen keine Plastikbecher oder Konservendosen. Und an den Stellen, wo wir die Kerne hinwerfen, wächst mit etwas Glück sogar wieder ein neuer Baum mit neuen Früchten.

So können wir also annehmen, dass auch die natürliche und instinktive Ernährung von unverfälschter Rohkost eine allgemeingültige Richtigkeit für alle Lebewesen auf dieser Erde hat, nicht nur für die vielen tausend anderen Tierarten, sondern auch für uns Menschen. Auch der Mensch kann sich nicht dauerhaft von den Naturgesetzen entfernen. Andernfalls wird er sich selbst und das ganze Leben auf dieser wunderbaren Erde vollkommen vernichten. Wie es aussieht, sind wir von diesem Zustand nicht mehr allzu weit entfernt. Es liegt in unserer Hand, den derzeitigen verhängnisvollen Kurs noch rechtzeitig zu ändern. Welche gravierende Bedeutung dabei die Ernährung hat und in welche Fallen uns unsere Manipulationen gebracht haben, ist bisher vollkommen unterschätzt, ja weithin nicht einmal geahnt worden.

Selbst die Wildtiere sind nicht gefeit gegen die Fallen, die die von uns produzierten denaturierten Produkte mit sich bringen. Wenn wir beispielsweise in einen zoologischen Garten gehen, so werden wir immer wieder auf deutliche Hinweisschilder treffen, die Tiere nicht zu füttern. Sie werden einfach krank und sterben sogar von den Keksen und Bonbons, die ihnen die Menschenkinder durch den Zaun werfen. Dass auch für uns jene denaturierten Produkte sehr krankmachend sind und selbst schon in kleinen Mengen unseren Metabolismus durcheinander bringen, haben viele von uns bisher nur ungenügend oder überhaupt nicht erkennen und verstehen können. Von den anderen schwerwiegenden Folgen, die die industriellen Nahrungsmittel mit sich bringen, einmal ganz zu schweigen.

Wir sind in eine Welt hineingeboren, die von der permanenten Veränderung der Nahrungsmittel massiv geprägt ist, ja wir halten dies sogar für selbstverständlich und für notwendig. Eine Welt, in der wir jene Nahrung quasi mit der Muttermilch aufgenommen haben, und in der, vor allem in den letzten Jahrzehnten, die raffinierten Täuschungen für unsere Gaumen eine unglaubliche Fülle angenommen haben. Hinzu kommt, dass die Aufnahme gekochter Nahrung mit der Liebe unserer Mütter gekoppelt ist. Dabei hat sich etwas besonders Schwerwiegendes in unser Unterbewusstsein eingezeichnet. Sollen wir also resignieren oder uns mit Halbheiten abfinden?

Die Natur kennt keine Kompromisse. Um unsere innere und äußere Harmonie in voller Blüte wiederherzustellen, führt kein Weg an der natürlichen Ernährung vorbei. Unser Körper ist ein natürlicher Körper. Er braucht natürliche Nahrung. Wir sind lebendige Wesen und wir brauchen lebendige Energie. Nur Rohkost enthält diese. Die Rohkost steht in vollkommener Übereinstimmung mit der gesamten Natur. Nur sie war es, die auch für unsere menschlichen Vorfahren seit Jahrmillionen die richtige Nahrung sein sollte.

 

Beginn meiner Rohkost-Ernährung -- Kapitel 5

Im Frühjahr 1991 fand ich zur Rohkost-Ernährung. Es war in meinem 31. Lebensjahr. Mit meiner gesundheitlichen Verfassung stand es nicht zum Besten. Ich hatte regelmäßig Erkältungskrankheiten und seit meiner Kindheit einmal im Jahr fieberhafte und vereiterte Angina. Aber das gilt ja bei uns eigentlich schon als normal. Hinzu kamen organische Schmerzen, die mich mitunter an verschiedenen Körperstellen plagten. Ich fühlte mich zunehmend träge, füllig und unwohl. Mein Körpergewicht war mit mindestens acht Kilogramm zu hoch, Tendenz steigend. Dann wurden bei mir auch noch Blutwerte festgestellt, die so schlecht waren, dass der Arzt zunächst einen Laborfehler annahm. Eine Wiederholungsuntersuchung bestätigte jedoch das erste Ergebnis.

In den Monaten vor diesem katastrophalen Untersuchungsergebnis hatte ich einige Impulse über die natürliche Ernährung aufgenommen. Sie sollten nun zu dem ungewöhnlichen Entschluss heranreifen, meine Ernährung vollkommen auf Rohkost umzustellen.
Besonders beeindruckte mich zunächst die Vorahnung, dass mir die Natur offenbar etwas Wunderbares zu schenken bereit war. Vielleicht gar eine Art Lebenselixier oder Ähnliches, das seit ewigen Zeiten als verschollen galt. Woran niemand mehr so recht den Glauben haben will, aber das in Wirklichkeit noch überall da ist und in der Hand eines jeden liegen kann. Das sogar in unseren Geschäften zumindest teilweise erhältlich ist, aber landläufig allenfalls als Beiwerk und nicht als Hauptsache zu gelten hat. Das auch tausendfach mit ungeahnten Folgen verfälscht und dabei seiner natürlichen Essenzen beraubt wird.

Ich begann dieses Experiment zunächst mit drei Wochen Fasten. Danach stellte ich meine Ernährung nahezu vollständig auf unveränderte Rohkost um. Ich aß also nichts während des Fastens, trank nur Wasser und ein- bis zweimal am Tag ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Nun, die ersten drei Tage kosteten mich einige Überwindung, besonders der zweite Tag. Doch dann wurde es immer angenehmer. Es stellte sich eine wunderbare Leichtigkeit und Klarheit sowie Durchlässigkeit ein. Überflüssige Pfunde schmolzen wie Schnee in der Sonne. Die Ausdünstungen des Körpers rochen nicht gerade angenehm. Doch in meinem Körper vollzog sich spürbar etwas Eindrucksvolles. Etwas, das ohne äußeres Zutun funktionierte und das sehr heilsam war. Es folgte in jeder Sekunde des Lebens seiner eigenen inneren Weisheit. Einem tiefen und ständig lebendigen Wissen, das man nicht aus Büchern, Arztpraxen oder Labors beziehen kann. Ich vertraute mich dieser Weisheit an und übergab ihr das Steuer. Und ich übernahm fortan selbst die volle Verantwortung für mich. Medikamente, soweit noch bei mir vorhanden, wurden vollständig zur Entsorgung in die Apotheke zurückgebracht. Ja, ich empfand es als eine unglaubliche Bereicherung, die Verantwortung für mich selbst und für meine Gesundheit niemals wieder einem anderen übertragen zu wollen. Das bin ich, das ist mein Körper und das ist mein Leben. Und ich spürte etwas darin wohnen, das sich wunderbar anfühlte. Ich machte ausgedehnte Spaziergänge und fühlte nicht die geringste Müdigkeit aufkommen. Ja, ich fuhr sogar ins Elbsandsteingebirge und wanderte oder kletterte in den Felsen herum.

Nach dem Fasten aß ich dann fortan fast ausschließlich unveränderte Rohkost. Dies waren vor allem Früchte und Gemüse und zu einem kleinen Teil auch Nüsse oder gekeimte Samen. Nur in sehr seltenen Ausnahmen gab es in der ersten Zeit noch manchmal etwas Gegartes, jedoch rein vegetarisch, oder auch hin und wieder einen zubereiteten Rohkost-Salat. Der gesundheitliche Erfolg und mein körperliches Befinden überhaupt zeigten mir eindeutig, dass ich mich auf dem richtigen Weg befand. Die noch bis vor wenigen Wochen katastrophalen Blutwerte hatten sich plötzlich - wie durch Zauberhand und ohne jedes Medikament - auf Idealwerte eingestellt. Mein Arzt verstand die Welt nicht mehr.

Ich freute mich sehr, dieses Geschenk von der Natur bekommen zu haben und wog manches Mal eine Frucht wertschätzend und erstaunt in der Hand. Das also ist offenbar der Schlüssel zum verloren geglaubten Paradies, ahnte ich. Es müssen alle Produkte roh verzehrt werden. Nicht nur gelegentlich einen Apfel als Nachtisch. An einem anderen einfachen Beispiel war auch noch die große Harmonie mit der Natur zu erkennen. Wenn ich in meinen Mülleimer blickte, war dort praktisch kein Müll mehr, sondern nur noch organischer Abfall zu sehen, aus dem die Natur wieder vollständig nährstoffreichen Humus macht.

Eigentlich lief alles sehr erfolgreich und gut. Doch nach etwa einem Jahr sollte ich mich sehr wundern. Ich fand mich unverhofft an einem Imbissstand wieder, mit einem halben Grillhähnchen in der Hand. Ich, als entschlossener Vegetarier und Rohköstler, der ich nun schon seit einem Jahr war. Irgendetwas schien also doch noch nicht ganz zu stimmen. Doch ich spürte sicher, dass es auch für uns Menschen im Ernährungsbereich etwas geben muss, was sich in vollkommener Harmonie mit der Natur befindet. Etwas, was ohne jeden Kunstgriff und ohne Kompromisse funktioniert. Andernfalls müsste die ganze Natur bezweifelt werden, und das können wir wohl kaum annehmen. In dieser Zeit stieß ich dann auf die …

 

Die ursprüngliche Ernährungsanpassung der Menschen -- Kapitel 10

In allen Ländern und allen gesellschaftlichen Schichten herrscht allgemein die Ansicht, nach der wir Menschen gekochte oder gebratene und gebackene Produkte für unsere Ernährung benötigen und nach der wir uns an diese denaturierten Produkte angepasst haben. Das ist so fest in unseren Köpfen manifestiert, dass allein der Gedanke, es könnte anders sein, als absurd und ketzerisch erscheint. Man nimmt dies einfach an, ohne es jemals eingehender erforscht zu haben, weil sich ja überall die Menschen von solchen Produkten ernähren und dies schon ein paar tausend Jahre lang. Das Kochen wird sogar auch als eine Art nützlicher Vorverdauung betrachtet. Hier besteht aber ein großer Irrtum, der noch dazu wahrscheinlich der größte Irrtum aller Zeiten ist. Doch diesen können wir heute eigentlich leicht aufdecken, wenn wir einmal der Frage nach der ursprünglichen und genetischen Ernährungsanpassung der Menschen genauer nachgehen und dabei die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrachten.

Vor 30 Millionen Jahren spaltete sich vom Stammbaum der Altwelt-Affen ein Ast ab, aus dem die Hominiden, die Vorfahren der Menschenaffen und Menschen hervorgingen. Vor etwa 5 - 8 Millionen Jahren spaltete sich davon der direkte menschliche Zweig ab. Der Gebrauch des Feuers fing in einzelnen Regionen vor etwa 450.000 Jahren an, wobei dies nicht bedeutet, dass die Urmenschen von da an gleich zu kochen begannen. Das Feuer wurde zunächst lange Zeit nur dazu benutzt, wilde Tiere auf Distanz zu halten oder die nächtliche Kühle aus der Höhle zu vertreiben. Die Tasaday hatten nachts immer ein Feuer in ihrer Höhle brennen. Die ersten Speere wurden vor etwa 100.000 Jahren gebaut, aber auch nicht gleich rund um den Globus, und vor 50.000 Jahren begann das Jagen mit Pfeil und Bogen. Vor etwa 10.000 bis 5.000 Jahren entstanden dann Ackerbau und Viehzucht. Dies alles begann bei manchen Sippen etwas früher und bei anderen deutlich später. Wie wir am Beispiel der Tasaday gesehen haben, gab es selbst im 20. Jahrhundert noch Urzeitmenschen, die keinerlei Ackerbau und Viehzucht kannten, die nicht jagten und die nur wenige gekochte Produkte in ihrer Nahrung hatten.

Wenn wir diesen 30 Millionen Jahre andauernden Entwicklungsprozess, aus dem wir Menschen hervorgegangen sind, auf einem Metermaß darstellen würden, so haben wir uns fast den gesamten Meter immer roh ernährt. Erst im letzten Zentimeter (1 cm = 300.000 Jahre) begann die Denaturierung der Nahrung. Doch selbst wenn wir die ersten Proben gekochter Produkte bei einzelnen Sippen vor ein paar hunderttausend Jahren datieren, kann in jener Zeit noch lange nicht von einer häufigeren oder regelmäßigen Denaturierung der Nahrung ausgegangen werden. Das begann in Ansätzen erst vor etwa 50.000 bis 30.000 Jahren. Dieser Zeitabschnitt entspricht auf unserem Metermaß nur noch etwa einem Millimeter. Und wenn wir uns diesen Millimeter auch noch genauer anschauen, so bestand auch dort bei weitem noch nicht die uns heute bekannte Fülle an denaturierten Produkten. Zunächst waren immer noch zehntausende Jahre die Denaturierungsformen sehr einfach, die Nähe zur Natur groß und vor allem der Rohkost-Anteil in der Nahrung beträchtlich. Erst seit dem Neolithikum vor etwa 7000 bis 4000 Jahren - einem Zeitabschnitt, in dem sich auch Ackerbau und Viehzucht entwickelt hatten - kann von einer festen Herausbildung und Etablierung des Kochens und von einer regelmäßigen Denaturierung der Nahrung ausgegangen werden. Und erst dies führte zu jener Kochkultur mit überwiegend denaturierten Produkten in der Nahrung, wie wir sie seit dem Altertum, also seit etwa 3000 Jahren, bei uns kennen. Damit sind wir jetzt auf unserem Metermaß bei 0,1 Millimeter, also einem Zehntelmillimeter, oder, anders ausgedrückt, bei 0,0001 Meter. Das setzte sich fort bis zu jener Fülle immer stärker denaturierter Zivilisationsnahrungsmittel, wie wir sie aus unseren modernen Supermärkten kennen. Proportional zu dieser Entwicklung scheinen übrigens auch unsere Probleme zu wachsen.
Wenn wir jetzt aber noch berücksichtigen, dass auch unsere entfernten Vorfahren ihrerseits natürlich auch Vorfahren hatten, die bis zum Anfang des Lebens, bis zur ersten Zelle vor zwei Milliarden Jahren, in die Betrachtung der Gesamtentwicklung mit einbezogen werden müssen, dann schrumpft der letzte Zehntelmillimeter noch einmal gewaltig. Er schrumpft so sehr zu einem winzigen Strich zusammen, dass wir diesen allenfalls nur noch mit einem Spezialmikroskop erkennen würden. Doch auf diesen winzigen Strich, den wir auch menschliche Zivilisation oder Kultur nennen, bilden wir uns so viel ein, dass wir offenbar sogar bereit sind, die ganze wundervolle Erde zu vernichten.
Selbst wenn sich in der Datierung der einzelnen Stufen der Entwicklungsgeschichte durch neuere Forschungsergebnisse noch Änderungen ergeben sollten, und selbst wenn wir wegen regional unterschiedlicher Entwicklungen noch großzügig einige zehntausend Jahre seit dem Beginn von Zivilisation und Kochen dazu geben würden, ändert sich nichts daran, dass dies in jedem Fall ein winziger, kaum sichtbarer Strich bleibt im Vergleich mit der gesamten natürlichen Entwicklungsgeschichte, die uns und unsere Gene geprägt hat. Und es ist unmöglich, dass dieser winzige Strich an der bestehenden genetischen Ernährungsanpassung noch irgendetwas ändern konnte. Auch wäre eine solche Änderung weder nötig noch möglich gewesen.
Um eine bessere bildhafte Vorstellung von der Dimension zu bekommen, von der wir hier sprechen, empfehle ich, auf einer Fläche einmal einen Meter zu kennzeichnen und dann an dessen Ende mit einem feinen Bleistift einen hauchdünnen Strich zu ziehen. In dieser Jahrmillionen langen Zeit, die also so gut wie den gesamten Meter ausmacht, erfolgte auch unsere genetische Prägung einschließlich der Ernährungsanpassung an die natürlichen Produkte. Der hauchdünne Strich am Ende, der die Zeit kennzeichnet, in der das Kochen begann, hat für diese Prägung und Ernährungsanpassung nicht einmal die Spur einer Bedeutung. Und da wir heute wissen, welche extrem langen Zeiträume für genetische Änderungen oder Anpassungen in unserem natürlichen Entwicklungsprozess notwendig sind - 1.000.000 Jahre für lediglich 0,1 % (!) - dürfte damit auch klar sein, an welche Nahrung wir immer noch genetisch bestens angepasst sind, nämlich an die unveränderten natürlichen Produkte, die wir viele Millionen Jahre lang in unserem Lebensraum fanden, also an Rohkost.

Wie langsam sich genetische Veränderungen vollziehen, wird vor allem auch darin sichtbar, dass wir heute immer noch eine genetische Ähnlichkeit von weit über 98 % mit anderen Primaten haben. Mit den uns am nächsten stehenden Schimpansen und Bonobos sogar 99,4 %, obwohl wir uns bereits vor mindestens fünf Millionen Jahren, manche Schätzungen sprechen auch von acht Millionen Jahren, von dem gemeinsamen affenartigen Stamm trennten.

Es gibt heute eine Fülle verschiedenster Produkte und Rezepturen, die in der Natur nicht vorkommen, die unserem genetischen Code nicht entsprechen und an die wir niemals angepasst sein können, doch die angeblich unabdingbar für unsere Ernährung sind. Mit ihrer Herstellung und den sich dabei vollziehenden chemischen Reaktionen entstehen auch noch eine Unmenge struktureller Veränderungen oder anormaler Substanzen. Aus völlig harmlosen Stoffen entstehen toxische Derivate mit kanzerogenen und sogar mutagenen Eigenschaften. Also solche, die krebserregend sind und die sogar den Zellkern angreifen. Allein in einer Grillkartoffel wurden schon 450 Fremdstoffe gefunden, die nicht in der Natur vorkommen. Doch nicht nur im unsichtbaren molekularen Bereich spielen sich jene Veränderungen ab, wenn auch dort am gravierendsten und zudem besonders heimtückisch. Aber jeder weiß auch, wie beispielsweise Gemüse vor oder nach dem Kochen aussieht. Es ist reine Chemie, die sich da in unseren Töpfen abspielt. Manche Speisen werden vielleicht auch ganz modern mit Mikrowellen beschossen. Andere im offenen Feuer gebraten. Wieder andere in 250 Grad heißen Öfen oder in siedendem Öl gebacken. Dies dürfte alles noch einmal die Problematik auf besondere Weise erhöhen. Und das Ganze kann man dann auch noch mit Ketchup oder Mayonnaise bestreichen, also mit Produkten, die schon für sich allein schlimme Denaturierungen darstellen. Besonders in den letzten Jahrzehnten überschüttet uns die Nahrungsmittelindustrie mit immer neuen Stoffen oder Kombinationen. Tausende dieser Stoffe werden völlig legal der hergestellten Nahrung zugesetzt, obwohl sich selbst die Industrie schon nicht mehr traut, sie alle beim Namen zu nennen. Sie verbirgt diese Zusatzstoffe dann hinter harmlos erscheinenden Bezeichnungen wie "E 250". Und den neuesten Segen sollen nun genmanipulierte Nahrungsmittel bringen, was purer Wahnsinn ist. Doch auch schon ohne diese kommt ein unglaublicher Cocktail zusammen. Die meisten von uns schlucken diesen auch noch völlig arglos und mehrmals täglich.

Jede Form der Manipulation der Nahrung führt zwangsläufig zu Störungen und Folgeerscheinungen, die wir in ihrem gravierenden Ausmaß bisher vollkommen unterschätzt oder überhaupt nicht beachtet haben. Wenn die denaturierten Produkte angeblich gut und wichtig für uns sind, was schon angesichts der ursprünglichen Ernährungsanpassung ein Absurdum ist, warum strotzt dann die Bevölkerung der reichen Industriestaaten nicht vor Gesundheit? Warum stöhnen die Krankenkassen unter einer Milliarden-Last? Warum sind hunderttausende Medikamente notwendig? Warum sterben immer mehr Menschen frühzeitig an Krebs oder Herzinfarkt? Hätten die Urzeitmenschen so viele Krankheiten gehabt wie wir heute, dann gäbe es die Spezies Mensch bereits nicht mehr. Was soll denn bitte in den denaturierten Produkten enthalten sein, das nicht viel besser in rohen naturbelassenen Produkten enthalten wäre? Es sind bisher noch niemals wertvolle Stoffe wie beispielsweise Vitamine entdeckt worden, die durch das Kochen hinzugewonnen werden, sondern immer nur solche, die sich nachteilig verändern oder ganz verloren gehen. Dabei dürfte es fast noch das geringere Übel sein, dass wichtige Inhaltsstoffe verloren gehen. Viel schlimmer sind die neu entstandenen denaturierten Substanzen und ihre Derivate. Diese stellen den Körper vor unlösbare Aufgaben. Die denaturierten Elemente passen mit den uralten genetischen Programmen, den molekularen Strukturen und den Schlüsseln der Enzyme nicht mehr zusammen. Dieses Dilemma wird mit jeder weiteren Manipulation nur noch schlimmer.

Zum Aufschließen und Zerlegen der Nahrungsmoleküle bedient sich der Körper spezifischer Enzyme. Sie kommen teilweise in der lebendigen rohen Nahrung vor und teilweise sind sie im Körper vorhanden. Der Körper selbst ist in der Lage, diese aus Vitaminen und Spurenelementen zu synthetisieren. Enzyme sind sehr hitzeempfindlich, und mindestens ein großer Teil von ihnen zerfällt bereits bei Temperaturen um 60 °C.

Wenn heute immer noch - von so genannten Ernährungsberatern und sogar in wissenschaftlichen Kreisen - eifrig behauptet wird, wir würden diese oder jene denaturierten Produkte und Mixturen für unsere Ernährung oder unsere Gesundheit dringend benötigen, geschieht das immer aus einer Kette von Irrtümern, da die wichtigste Frage, nämlich die nach der ursprünglichen Ernährungsanpassung der Menschen, nicht gestellt wurde und da die Folgen der stofflichen Nahrungsveränderungen unbeachtet blieben. Hinzu kommen alte übernommene oder vorgefasste Denkschablonen sowie die massiven Prägungen durch Elternhaus, Kultur und Gesellschaft. Und hinzu kommen auch geschäftliche Interessen, die die bestehenden Ansichten stark beeinflussen. Es werden Produkte als unabdingbar empfohlen, die erst in den letzten Jahrhunderten entstanden oder allenfalls in den letzten zwei- bis dreitausend Jahren. Und es kommen sogar zahlreiche Produkte und stoffliche Kombinationen auf den Tisch, die durch unsere eifrige Lebensmittelindustrie erst vor wenigen Jahrzehnten kreiert wurden und deren Markteinführung und behauptung von einer millionenschweren Werbung begleitet wird. Zudem besteht ein heilloses Durcheinander von Tabellen und Werten mit Produkten und Inhaltsstoffen, die angeblich wichtig sein sollen, was sich laufend auch noch ändert.

Währenddessen wissen die meisten unserer Ärzte auf die Frage, welche Art von Nahrung man denn zu sich nehmen sollte, nichts anderes zu antworten als „eine ausgewogene Ernährung.“ Bis vor wenigen Jahrzehnten hat die Medizin einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheit bzw. Gesundheit beinahe noch vollkommen bestritten.

Doch was wir brauchen für unsere Ernährung sind die unveränderten Produkte der Natur. Daran sind wir seit vielen Millionen Jahren angepasst. Sie sind für uns in jeder Hinsicht ein wirklicher Segen. Alles andere wird uns und unsere Umwelt nur immer weiter in immer größere Schwierigkeiten bringen.
Ein Motor läuft am besten nur mit der Energie, für die er konstruiert wurde. Dies ist jedem Autofahrer klar. Niemand würde wissentlich einen Diesel mit Benzin betanken oder umgekehrt. Viele Autofahrer achten auch darauf, dass nur das beste Öl für ihren Wagen verwendet wird. Aber in ihren wichtigsten Motor, in ihren Körper, füllen sie billige und schädliche Produkte.

 

Instinktive Rohkost - Perfekte Ernährung ohne Vorschriften -- Kapitel 14

Als ich also nach meinem ersten Rohkost-Jahr schließlich zur hundertprozentigen instinktiven Rohkost-Ernährung fand, spürte ich schon bald den großen Unterschied zwischen einer 98-prozentigen Rohkost-Ernährung mit vorwiegend vom Kopf ausgewählten Produkten und einer 100-prozentigen instinktiven Praxis. Dieser Unterschied, der zunächst so klein aussieht, ist in der Tat gewaltig.

Die instinktive Rohkost-Ernährung ist die einzige Ernährungsweise, die keine Vorschriften, keine Tabus oder Reglementierungen kennt, bis auf die einzige zwingende Notwendigkeit, dass sich die Produkte in einem wirklich naturbelassenen Zustand befinden und dass die instinktiven Zeichen des eigenen Körpers beachtet werden. Nicht ein Lehrer, nicht eine allgemeine Überzeugungshaltung, nicht die Raffinesse einer bestimmten Kochkunst, nicht die Ansicht eines Wissenschaftlers oder Arztes noch sonst irgend etwas ist hierbei für die Art und die Menge der Nahrungsaufnahme von Bedeutung, sondern ausschließlich der eigene subjektive Ernährungsinstinkt, der sich an den eigenen subjektiven Bedürfnissen orientiert und diese befriedigt. Mit einem Satz gesagt, ist dabei alles erlaubt, was für mich selbst im Augenblick gut riecht und gut schmeckt, sofern es sich in einem naturbelassenen Zustand befindet. Und damit ist höchste Ausgewogenheit und höchster Genuss erreichbar.

Es gibt keine andere Methode, mit der wir die Gesamtheit der Wechselwirkung unseres eigenen Körpers mit den Stoffen der Natur in jedem Augenblick so präzise erfassen können, wie mit den Instinkt. Wir können zwar unser Blut von einem Labor untersuchen lassen und dabei bestimmte Mangel- oder Überlastungserscheinungen analysieren und wir können an Hand dieser Untersuchungen vielleicht Empfehlungen über die Art und die Menge der Nahrung aufstellen. Doch solche Untersuchungen erfassen längst nicht alles, und die daraus abgeleiteten Empfehlungen sind viel zu allgemein. Zudem haben sich die Bedürfnisse unseres Körpers wahrscheinlich schon wieder geändert, noch ehe wir die Laborergebnisse erfahren, so dass sich schon allein deswegen Fehler ergeben müssen. Außerdem sind auch unsere moderne Wissenschaft und Medizin nicht in der Lage, all die Dinge, die sich in uns und um uns herum ereignen, wirklich in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Nicht zuletzt werden in unserer Schulmedizin ohnehin der Körper und die Organe in einzelne Segmente und Fachbereiche unterteilt. Dabei wird diese Gesamtheit schon geradezu bewusst vernachlässigt. Um also eine präzise Aussage über den subjektiven Nahrungsbedarf und die benötigten oder nicht benötigten Inhaltsstoffe treffen zu können, würden wir ein Instrument brauchen, das in jedem Moment des Lebens sekundenschnell in der Lage ist, die Situation und die Bedürfnisse des eigenen gesamten gigantischen Körpersystems - mit all seinen Zellen, Organen, Blutgefäßen, Enzymen und allem was da noch dazugehört - vollkommen zu erfassen und gleichzeitig die anvisierte und noch außerhalb befindliche Nahrung auf ihre Beschaffenheit und ihre bevorstehende Wirkung innerhalb dieses komplexen Systems zu analysieren. Selbst der größte Wissenschaftsfanatiker wird einsehen müssen, dass mit der Erfindung eines solchen Instrumentes in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Wir müssen es auch nicht erfinden, denn wir haben es bereits. Es ist unser Instinkt. Unser Ernährungsinstinkt, der sich in hunderten Millionen von Jahren mit dem Leben und in unserer Natur entwickelt hat. Der in ständiger enger Verbindung mit all unseren Wahrnehmungen und Bedürfnissen steht und der sich auf ganz einfache Weise äußert.

Unsere Vorfahren wurden in ihrem Leben in der Natur stets vom Ernährungsinstinkt sicher begleitet. Bis zu der Zeit, als sie begannen, gekochte oder gebratene Produkte zu verzehren. Ihr Ernährungsinstinkt ist aber in einem vollkommen natürlichen Milieu und ausschließlich mit lebendigen naturbelassenen Produkten entstanden. Mit denaturierten und toten Produkten konnte er unmöglich korrekt funktionieren. Und er funktioniert bis heute nicht korrekt, wenn wir die Naturprodukte manipulieren. Wenn wir zum Beispiel bittere Produkte so lange mit Zucker süßen, bis sie unserem Gaumen schmeicheln. Oder wenn wir wertlose Stoffe so lange würzen und zubereiten, bis sie uns wohlschmeckend erscheinen. Und erst recht nicht, wenn wir unseren Gaumen mit einer Fülle von Kombinationen, verschiedensten Denaturierungen, künstlichen Geschmacksverstärkern und vielem mehr lähmen oder irritieren. Selbst die Grundsubstanzen unserer heutigen Gerichte, wie zum Beispiel der Spaghetti, bestehen häufig für sich alleine schon aus einer Fülle zusammengemischter, denaturierter Substanzen, die ihrerseits bei der Zubereitung im heimischen Kochtopf noch einmal mit weiteren Gruppen denaturierter Zutaten wie z.B. Ketchup vermischt und nochmals Kunstgriffen unterzogen werden. Kein Ernährungsinstinkt könnte hier noch irgendetwas ausrichten. Er muss zwangsläufig kapitulieren.

Doch sogar die so genannten Grundnahrungsmittel wie Brot, Butter oder Reis u.a. sind für uns mit der Zeit, für sich alleine verzehrt, meistens keine besondere Gaumenfreude. Trockenes Brot erscheint uns bald schon langweilig, und ein Stück Butter pur zu essen, ist fast unmöglich. Gekochte Kartoffeln und gekochter Reis sind ebenfalls mit der Zeit langweilig, wenn nicht mindestens mit einer Prise Salz nachgeholfen wird. Hier können wir die letzten Reste instinktiver Schranken selbst noch im denaturierten Ernährungssystem beobachten. Aber durch die verschiedensten Zugaben, Mischungen und Manipulationen werden auch diese Schranken schließlich vollends überwunden. Und das, was uns langweilig oder unappetitlich erscheint, kann dann doch noch unserem Gaumen schmeicheln. Freilich ohne seine nachteiligen Wirkungen und schädlichen Substanzen zu verlieren. Denn die werden nur mit Täuschungen überlagert. So wurde das Kochen zu einer Kunst, zu einer großen Kunst der Täuschungen. Es ist wie eine Spirale, in der immer neue und raffiniertere Rezepte notwendig werden.

Mit naturbelassenen Produkten funktioniert unser Ernährungsinstinkt jedoch noch immer korrekt, denn wir sind sehr viel mehr mit den hunderten Millionen Jahren natürlicher Entwicklung und Ernährung als mit dem winzigen Strich denaturierter Ernährung verbunden. Unser Körper benötigt zu seiner Entwicklung und zum ständigen Betrieb Nahrung und Energie. Er funktioniert am besten nur mit der Energie, für die er konstruiert wurde. Es ist die natürliche und lebendige Energie des Lebens. Nur Rohkost enthält diese. Und nur die instinktive Ernährung von naturbelassener Rohkost kann eine vollkommene Harmonie aller Elemente gewährleisten und dabei gleichzeitig auch noch auf jegliche Vorschriften verzichten. Es gibt keine andere Ernährungsmethode, die Gleiches vorzuweisen hätte. Die einzigen Gesetze, die hier gelten, sind die Gesetze der Natur und des Lebens.

Dieses Rohkost Buch ist erhältlich in unserem Bücher-Shop. Kopien vom Text, auch auszugsweise, sind nicht erlaubt. Verlinkungen sind gestattet.

 

Natürlich leben und genießen
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